Wasserqualität in der Schlei : Unbeschwert planschen trotz Badeverbot

Ungetrübtes Vergnügen: Die Wasserqualität von Ostsee, Schlei und Binnenland-Seen ist hervorragend.
Ungetrübtes Vergnügen: Die Wasserqualität von Ostsee, Schlei und Binnenland-Seen ist hervorragend.

Drei Badestellen an der Schlei sind gesperrt – obwohl die aktuellen Wasserwerte vollkommen unbedenklich sind.

von
30. Mai 2015, 19:27 Uhr

Gesundheitsministerin Kristin Alheit lädt Schleswig-Holsteiner und Gäste zum Baden ein. „Die große Mehrheit der Badegewässer im Lande präsentiert sich in Bestform. Damit steht den Badefreuden nichts im Wege“, sagt die Ministerin und bezieht sich auf die Ergebnisse einer Analyse der Wasserqualität an Ostsee, Schlei und diversen Seen, die gestern rechtzeitig vor dem offiziellen Beginn der Badesaison vorgestellt wurde. Insgesamt 315 Badegewässer wurden in Schleswig-Holstein untersucht, 281 erhielten das Prädikat hervorragend – die Schadstoffwerte lagen teilweise weit unter den strengen EU-Richtlinien.

Allerdings wurden auch vier mit mangelhaft bewertet. „Derzeit sind die Badestellen Goetheby an der Schlei (Kreis Rendsburg-Eckernförde), an der Mündung der Füsinger Au bei Winningmay, am Netzetrockenplatz in Schleswig und in Schlüttsiel an der Nordsee geschlossen“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums.

Drei gesperrte Badestellen an der Schlei – ist das nicht bedenklich? „Überhaupt nicht“, sagt Dr. Frederike Krützfeldt, die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes im Kreis Schleswig-Flensburg. „Wir haben das Wasser bei Winningmay und am Netzeplatz zuletzt zwischen dem 19. und 22. Mai analysieren lassen – alle Werte liegen weit unter den Grenzwerten, das Baden dort ist völlig unbedenklich. Ich bin zwar vorsichtig, aber ich lasse dort meine Kinder ohne Bedenken baden.“

Die schlechte Note ist eine Folge von Umweltsünden in den vergangenen Jahren. „In dieses Gesamtergebnis fließen die Werte der letzten vier Jahre ein – und die waren vor allem 2011 und 2012 tatsächlich nicht gut“, erklärte Frederike Krützfeldt. In der Zwischenzeit aber seien viele Maßnahmen unternommen worden, um die Wasserqualität vor allem an den kritischen Stellen zu verbessern. Als eine der Hauptursachen wurde die Überdüngung der Felder genannt. Die Füsinger Au, die sich durch halb Angeln schlängelt, trägt vor allem nach starken Regenfällen massenhaft Nitrat und Phosphor mit sich – bis in die Schlei. Das ist ein Grund dafür, dass das Wasser im Mündungsbereich der Füsinger Au so stark belastet war. „Inzwischen aber gibt es strenge Auflagen mit Überwachungsprogramm für die Düngung und einen Flyer, in dem die Segler darauf hingewiesen werden, ihre Fäkalien nicht im Wasser zu verklappen“, erläutert die Spezialistin. Die Entschlammung eines Klärbeckens auf den Königswiesen und die Sanierung von Abwasserkanälen haben zusätzlich dazu beigetragen, die Wasserqualität zu verbessern. Nach den zuletzt vollkommen unbedenklichen Proben hat der Kreis beim Land den Antrag gestellt, die betroffenen Badestellen von dem Makel des überflüssigen Badeverbots zu befreien. Dann kann überall in der Schlei ohne schlechtes Gewissen ebenso unbeschwert geplanscht werden wie bei Westerholz und Habernis in der Ostsee oder im Havetofter See.


> Weitere Infos: www.badewasserqualitaet.schleswig-holstein.de

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen