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Umsturzgefahr : Unbekannte sägen Baum auf der Freiheit in Schleswig an

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am Schleiufer haben Unbekannte versucht, eine alte Linde zu fällen. Der Baum drohte unkontrolliert umzustürzen. Die Untere Naturschutzbehörde untersucht zudem weitere Fälle – auch die Polizei ermittelt.

Schleswig | Am Ende ist die Geschichte glimpflich ausgegangen. Rückwirkend spricht Schleswigs Wehrführer Sönke Schloßmacher dennoch von einer „erheblichen Gefahr“, die bestanden habe. Vergangene Woche mussten er und mehrere seiner Männer auf das Gelände auf der Freiheit ausrücken, weil dort eine mehr als 15 Meter hohe Linde drohte, unkontrolliert umzustürzen. Aber nicht etwa, weil sie krank war oder der Wind ihr zugesetzt hatte. Vielmehr hatte jemand versucht, sie illegal zu fällen – war dabei jedoch kläglich gescheitert. Inzwischen ermittelt die Polizei.

Der bislang noch unbekannte Täter hatte den mehr als 70 Zentimeter dicken Stamm bereits zu einem Großteil durchsägt. Kurz bevor er sein Werk vollendet hatte, war jedoch das Schwert seiner Motorsäge stecken geblieben. In diesem instabilen Zustand fanden Passanten den Baum schließlich vor und alarmierten umgehend die Feuerwehr. „Da hätte eine kleine Böe gereicht, und der Baum wäre umgekippt. Nur mit Glück ist da nichts Schlimmeres passiert“, sagt Schloßmacher. Mit Hilfe eines Baggers, der einer zurzeit auf der Freiheit tätigen Baufirma gehört, konnte der Baum schließlich „kontrolliert gelegt“ werden.

Die Linde war der größte von einer handvoll Bäume, die auf einem weitgehend naturbelassenen Grundstück am östlichen Ende der Wohnbebauung auf der Freiheit zwischen dem Schleiufer und der Straße Schleibogen stehen. Dort sind in jüngster Zeit mehrere neue Häuser entstanden. Ob einer der Bewohner, der freien Sicht aufs Wasser wegen, zur Säge griff, darüber will man zurzeit weder bei der Polizei noch bei der Gesellschaft Team Vivendi, der die Freiheit gehört, spekulieren. „Unabhängig davon sind wir aber der Meinung, dass es eine Schande ist, was da passiert ist. Zumal es den schönsten Baum erwischt hat, der da weit und breit stand“, sagt Sprecher Michael Radtke, der gleichzeitig betont, dass der Baum auf einem städtischen Grundstück stand. „Deswegen haben wir da nur indirekt mit zu tun.“

Die Stadt indes hat inzwischen Strafanzeige erstattet. Auch bei der zuständigen unteren Naturschutzbehörde des Kreises ist der Fall aktenkundig. Gleichzeitig bestätigt deren Mitarbeiterin Rosemarie Holst auf SN-Nachfrage, dass es noch weitere Fälle von Baumfällungen auf der Freiheit gibt, mit der sich die Behörde aktuell beschäftigt. „Da ist in jüngster Zeit schon mehrfach etwas in die Richtung passiert. Da es sich aber um laufende Verfahren handelt, können wir dazu weiter nichts sagen“, erklärt Holst, die auf die Bestimmungen aus dem Bundesnaturschutzgesetz hinweist, wenn es um das Fällen großer Bäume geht. „Auch wenn die Stadt Schleswig keine Baumschutzsatzung mehr hat, kann man nicht einfach hingehen und drauflos fällen“, sagt sie. So seien Aspekte wie etwa Größe, Artenschutz oder ein mögliches Eingreifen ins Ortsbild zu beachten. „Das muss beantragt und von Fall zu Fall beurteilt werden.“

Vivendi-Sprecher Radtke sagt, von weiteren illegalen Fällungen nichts zu wissen. Gleichzeitig betont er, dass man auf der Freiheit bemüht sei, den teilweise sehr alten Baumbestand zu erhalten. Dass kürzlich zwei Bäume dort gefällt worden sind, wo früher das alte Wachhaus stand, sei mit Blick auf die zukünftige Bebauung des Grundstückes unumgänglich gewesen. Ob darüber hinaus andere Bewohner der Freiheit auf ihren Privatgrundstücken Bäume gefällt hätten, sei ihm nicht bekannt. Susanne Schöning, Gesellschafterin von Team Vivendi, zeigt sich derweil „fassungslos“, was den aktuellen Fall am Schleibogen betrifft. Dass ein so großer und gesunder Baum einfach so beseitigt werde, mache sie tief traurig. Die Unternehmerin denkt nun darüber nach, auf eigene Kosten an gleicher Stelle einen neuen Baum zu pflanzen.

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erstellt am 17.Mär.2015 | 07:15 Uhr

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