Schleswig : Umweltschützer fordern mehr Einsatz für Radfahrer

Die ehemalige Kreisbahntrasse ist bislang ein unbeleuchteter Sandweg.
Die ehemalige Kreisbahntrasse ist bislang ein unbeleuchteter Sandweg.

Für einen Ausbau des Verbindungswegs zwischen Schloss und Bahnhof könnte es einen Zuschuss aus dem Bundesumweltministerium geben.

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08. April 2018, 08:24 Uhr

„Schleswig kann mit kleinem Geld große Investitionen in die Fahrrad-Infrastruktur stemmen, schläft aber im Moment leider noch tief.“ Das sagt Bernd Ohde, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Umweltschutz (IGU). Er fordert Stadtverwaltung und Kommunalpolitik auf, sich am „Bundeswettbewerb Klimaschutz durch Radverkehr“ zu beteiligen. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Förderprogramm des Bundesumweltministeriums. Der Bund übernimmt dabei 90 Prozent der Ausgaben, die eine finanzschwache Gemeinde für klimawirksame Verbesserungen des Radverkehrs aufbringt, wenn die Projekte mindestens 200 000 Euro kosten.

Was sich mit diesem Geld in Schleswig anstellen ließe, dazu hat die IGU bereits klare Vorstellungen. „Unsere Idee ist, zunächst am Bahnhof eine Radstation mit verschließbaren Boxen und einer Ladestation zu projektieren, sowie den Bahndammweg zum Schloss mit einem asphaltierten Radweg und einer LED-Beleuchtung zu versehen, von der natürlich auch die Fußgänger profitieren würden“, sagt Ohde.

Projektskizzen müssen bis zum 15. Mai vorgelegt werden. Ohde: „Die Zeit drängt! Immer noch könnte die Stadt die Skizzen antragsreif erstellen und einreichen.“ Bei der IGU herrscht der Eindruck vor, dass im Rathaus bisher an einer Bewerbung für den Radverkehrs-Wettbewerb überhaupt nicht gearbeitet wird. Dem widerspricht Stadtsprecher Eric Gehrke: „Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind bereits mit dem Thema betraut und werden die Termine für die Bewerbung einhalten.“ Bürgermeister Arthur Christiansen bezeichnet es auf Nachfrage als „ein wichtiges Kernthema, eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur zügig, aber auch nachhaltig umzusetzen“. Er wolle nicht, dass sich Schleswig „in einem Ranking für Fahrradklima auf den hinteren Rängen ansiedelt“.

Die IGU hat unterdessen noch weitere Vorschläge, wie sich die Fahrrad-Infrastruktur verbessern ließe. So könnte man in den kommenden Jahren zum Beispiel eine zweite Fahrrad-Abstellanlage am Capitolplatz oder am ZOB schaffen. Verbindungen zwischen Schloss und Capitolplatz sowie von dort zum Berender Redder könnten durch Fahrradampeln und verbesserte Wegeführung so optimiert werden, dass auf den vorhandenen Radwegen eine sichere und schnelle Verbindung möglich wird, meint Ohde. Andere Stadtteile könnten durch weitere Verbindungstrassen angebunden werden.

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