zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

20. Oktober 2017 | 12:49 Uhr

Schuby : Umweltpreis für die Jäger

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Pflanzaktionen, Rettung von Rehen und Hegemaßnahmen – Schubys Bürgermeister Helmut Ketelsen würdigt den Einsatz der Jäger für die heimische Flora und Fauna.

Die Jägergemeinschaft Schuby hat den Umweltpreis der Gemeinde verliehen bekommen. Den Jägern gehören neben 13 Jagdpächtern auch neun Inhaber von Jagderlaubnisscheinen an. Bei der Preisübergabe stellte Schubys Bürgermeister Helmut Ketelsen die Leistungen des Vereins heraus. Im Rahmen gesetzlicher Vorgaben betrieben die Jäger eine umsichtige und nachhaltige Nutzung und Hege im Jagdbezirk Schuby, sagte er. Beispiele seien Pflanzaktionen mit heimischen Bäumen und Sträuchern auf Knicks und an Wegesrändern, jährliche Arbeitseinsätze zur Rettung von Rehkitzen vor dem sicheren Mähtod, und die regelmäßige Beteiligung an Ferienspaßaktionen, bei denen den Kindern die heimische Tier- und Pflanzenwelt nahe gebracht werde.

Mit hohem Aufwand an Geld und Arbeitsleistung hätten die Jäger an mehreren Straßen Wildwarnreflektoren angebracht mit dem Ziel, den Straßenverkehr sicherer zu machen und das Wild vor herannahenden Fahrzeugen zu warnen.

Als „einzigartig“ bezeichnete Bürgermeister Helmut Ketelsen die Einrichtung des Schubyer Wildhandys, welches nach Dienstplan von Jäger zu Jäger gereicht werde. Im Falle eines Verkehrsunfalles mit Wildbeteiligung ermöglicht es der Leitstelle der Polizei, zu jeder Tages- und Nachtzeit einen dienstbereiten Jäger in Schuby zu erreichen.

Diese Leistung erbrächten die Jäger ungeachtet der Tatsache, dass trotz der Hegemaßnahmen nur eine bescheidene jagdliche Nutzung der Flächen möglich sei, da die landwirtschaftlichen Felder außerordentlich intensiv bewirtschaftet und überwiegend von Maisanbau gekennzeichnet seien und die Gemeinde zudem von einem engen und schnell befahrenen Straßennetz zerschnitten sei. „Dieser Einsatz der Jägergemeinschaft Schuby für die heimische Tier- und Pflanzenwelt und damit für die Gesellschaft, verdient den Umweltpreis 2014 der Gemeinde Schuby“, so der Bürgermeister.

Als Vertreter der Jägergemeinschaft Schuby nahmen Vorsitzender Horst Stoffers und sein Stellvertreter Hans-Friedrich Kröger den Umweltpreis der Gemeinde hocherfreut und dankbar entgegen. Stoffers dankte den Verantwortlichen für diese Auszeichnung, die er auch als Motivation betrachte, die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.

In der Tat, so führte er aus, hätten es die freilebenden Tiere in der Kulturlandschaft der Region schwer. Nur wenige kleine Wälder gebe es in der Gemeinde, dafür dominierten große Monokulturen auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen das Landschaftsbild, teilweise mit zwei Ernten pro Jahr. Sie seien für Hasen, Fasane und Rebhühner sowie für Lerchen und Kiebitze keine geeigneten Lebensräume. Es fehle an Deckung und Wildkräutern als Nahrung. Die letzten Rückzugsgebiete außerhalb der Vegetationszeit beschränkten sich auf Knicks und Böschungen an Bächen und Wegen sowie die Sockel der Windkraftanlagen. Von diesen wenigen Rückzugsgebieten müssten beispielsweise Rehe weite Wege zu den verbliebenen Äsungsplätzen zurücklegen. Dabei kreuzten sie Straßen, was zu jährlich rund 40 Rehwildopfern im Straßenverkehr führe.

Dass die Rehe im Winter vermehrt im Ortsbereich auftauchen und dort Hausgärten plündern, sei ein Hinweis auf die verarmte Landschaft. „Wir Mitglieder der Jägergemeinschaft Schuby“, so schloss Stoffers seine Dankesworte, „sind bemüht, im Rahmen unserer Möglichkeiten unseren Beitrag zum Wohle der Natur und derer Kreaturen zu leisten“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen