Schleswig : Umland rebelliert gegen höhere Schulkostenbeiträge

Die Dannewerkschule: Für jeden ihrer Schüler überweisen die Umlandgemeinden jährlich 1293 Euro an die Stadt Schleswig.
Die Dannewerkschule: Für jeden ihrer Schüler überweisen die Umlandgemeinden jährlich 1293 Euro an die Stadt Schleswig.

1293 Euro pro Gemeinschaftsschüler, 1750 pro Gymnasiast. Das sind die jährlichen Schulkostenbeiträge, die die Umlandgemeinden an die Stadt Schleswig überweisen. Jetzt fürchen einige Dorf-Bürgermeister, dass die Summen deutlich steigen könnten.

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20. November 2013, 07:45 Uhr

Exakt 3500 Schüler besuchen die Schleswiger Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. 2398 von ihnen, also mehr als zwei Drittel, wohnen nicht in Schleswig, sondern in den Dörfern im Umland. Während die Lehrer ihr Gehalt vom Land Schleswig-Holstein beziehen, trägt die Stadt Schleswig alle anderen Kosten – von der Heizung bis zum Hausmeister. An diesen Kosten beteiligen sich die Umlandgemeinden jährlich mit einer Summe von bisher 3,8 Millionen Euro.

Dieser Betrag könnte in Zukunft steigen, und darüber bahnt sich jetzt ein handfester Streit an zwischen der Stadt und dem Umland. Hintergrund: Bis 2011 gab es für diese Schulkostenbeiträge feste Pauschalen – festgelegt von der Kieler Landesregierung. Für jeden Gemeinschaftsschüler musste die Gemeinde, in der er wohnt, an die Stadt jährlich 1293 Euro überweisen, für jeden Gymnasiasten 1750 Euro. Diese Pauschalen gibt es nicht mehr. Seit 2012 wird für jede einzelne Schule ausgerechnet, wie viel Geld ihr Betrieb tatsächlich verschlingt. Und auf dieser Basis werden die Schulkostenbeiträge berechnet. Eine komplizierte Materie. Die Ergebnisse für die Stadt Schleswig sollen erst im Januar 2014 vorliegen. Stadt-Sprecherin Antje Wendt versichert zwar, dass die Steigerungen „nicht massiv“ sein werden, aus anderen Orten aber liegen Zahlen vor, die eine deutliche Sprache sprechen. So sollen die Beiträge für die Gemeinschaftsschule in Süderbrarup um rund 1000 Euro pro Schüler steigen.

Als nun die Amtsverwaltung in Haddeby ihren Gemeindevertretungen ans Herz legte, im Haushalt für 2014 vorsorglich mehr Geld für die Schulkostenbeiträge einzuplanen, schrillten die Alarmglocken. „Das sprengt jede Haushaltsplanung und ist für uns nicht akzeptabel“, sagt Borgwedels Finanzausschuss-Vorsitzender Hans-Heinrich Langholz. Auch aus Selk kam klare Ablehnung. In den Gremien des Amtes Arensharde ist das Thema ebenfalls angekommen. Schubys Bürgermeister Helmut Ketelsen beklagt, dass das Umland nicht darüber mitentscheiden kann, wie viel Geld die Stadt für ihre Schulen ausgibt: „Mal übertrieben gesprochen: Schleswig baut goldene Wasserhähne, und wir dürften das dann bezahlen.“

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