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Leser-Abstimmung : Uli Ahlemann ist „Mensch des Jahres“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die SN-Leser wählen Uli Ahlemann zum „Menschen des Jahres“ . Der Polizist organisierte Typisierungsaktion für erkrankten Kollegen.

von
erstellt am 22.Nov.2014 | 11:30 Uhr

Es ist fast auf den Tag genau ein Jahr her, da saß Uli Ahlemann in seinem Büro in der Polizeistation Böklund mit Kollegen zusammen und überlegte, wie er seinem an Leukämie erkrankten Freund Volker T. helfen könnte. Die Idee für die Initiative „Volker will leben“ wurde geboren, an dessen Ende eine für Schleswig in dieser Größenordnung einmalige Typisierungsaktion stand. Volker T., Polizist und Feuerwehrmann aus Schaalby, hat mittlerweile eine lebensrettende Knochenmarkspende erhalten, und die Leserinnen und Leser der SN wählten Ahlemann nun zum „Menschen des Jahres“ 2014. Gestern statteten unsere Zeitung und die Flensburger Brauerei dem 50-Jährigen in eben jenem Böklunder Büro einen Überraschungsbesuch ab, um die freudige Botschaft zu verkünden.

„Schon über die Nominierung hatte ich mich gefreut“, zeigte sich Ahlemann glücklich über das Wahlergebnis. 54 Prozent der Teilnehmer unserer Telefon- und Online-Abstimmung hatten für den in Berend wohnenden Polizeikommissar votiert. Ahlemann betont jedoch, dass er die Auszeichnung stellvertretend entgegen nimmt. „Wir waren zehn Leute: neun Polizisten und ein Feuerwehrmann.“ Diese Gruppe nutzte ein breites Netzwerk aus Freunden und Kollegen, um die aufwändige und kostspielige Typisierungsaktion zu organisieren. „Wir wurden von der Hilfsbereitschaft der Menschen erschlagen“, sagt Ahlemann, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern bei Firmen, Vereinen und Privatpersonen rund 60 000 Euro einsammelte. Ergriffen berichtet er zum Beispiel von einem elfjährigen Mädchen, das auf ihn zugegangen sei und gefragt habe, ob er das Geld für Volker sammle – um dann das Ersparte von sich und dem Bruder in die Spendendose zu stecken. Besonders gefreut habe er sich auch über die Rückendeckung seiner Vorgesetzten.

Die Typisierungsaktion am 8. Februar in der Nospa-Zentrale in Schleswig wurde zu einem Riesenerfolg. 1626 Menschen ließen sich Blut abzapfen und in die Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eintragen. Am Tag zuvor hatten sich bereits rund 600 Lornsenschüler typisieren lassen. „Das war wie ein Volksfest – trotz des traurigen Anlasses“, erinnert sich Ahlemann. „Der Erfolg der Aktion macht mich stolz und glücklich. So etwas bringt mich als Menschen und Familienvater unheimlich voran.“

Ein passender Spender für Ahlemanns Freund und Polizeikollegen Volker T. war bereits einen Tag vor der Typisierungsaktion gefunden – jenseits von Schleswig. „Das durften wir aber nicht sagen, bevor die Spende auch wirklich erfolgt ist.“ Inzwischen gehe es seinem Freund wieder gut. „Er ist schon fast wieder der Alte“, sagt Ahlemann. Auch wisse er von einigen Teilnehmern der Schleswiger Aktion, dass sie zwischenzeitlich für andere Erkrankte Knochenmark gespendet hätten.

Ab Dezember steht Uli Ahlemann abermals zur Wahl. Dann tritt er im landesweiten Entscheid gegen die „Menschen des Jahres“ der anderen Titel des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages an. Auf jeden Fall bekommt er seine Urkunde als Schleswiger „Mensch des Jahres“ von Ministerpräsident Torsten Albig überreicht – bei der zentralen Abschlussfeier im Februar auf Schloss Plön. Der Februar wird somit in doppelter Weise ein ganz besonderer Monat für Uli Ahlemann. Denn: „Am 28. Februar feiern wir Volkers ersten Geburtstag. Dann ist seine Knochenmarkspende genau ein Jahr her.“

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