„Aktenzeichen XY ungelöst“ : Überfall auf 89-jährige Schleswigerin: Neue Hinweise nach Fernsehsendung

Live im ZDF-Studio: der Schleswiger Kripo-Kommissar Norbert Preuß (links) mit Moderator Rudi Cerne.
Live im ZDF-Studio: der Schleswiger Kripo-Kommissar Norbert Preuß (links) mit Moderator Rudi Cerne.

Noch während der Livesendung im ZDF klingelte bei der Schleswiger Kripo mehrmals das Telefon.

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23. August 2018, 18:58 Uhr

Es geschah am 6. Oktober des vergangenen Jahres in einem Mehrparteienhaus in der Königstraße. Zwei Frauen klingelten an der Tür einer 89-jährigen Rentnerin und gaben sich als Mitarbeiterinnen eines Pflegedienstes aus. Als die alte Dame skeptisch wurde und den unerwarteten Besuch nicht in die Wohnung lassen wollte, zückte eine der Frauen eine Pistole und stieß die Seniorin zu Boden, die andere durchsuchte die Wohnung, erbeutete Bargeld und Schmuck. Von beiden Täterinnen fehlt noch heute jede Spur. Nachdem der Fall am Mittwochabend Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ war, hat die Schleswiger Kripo nun eine Reihe neuer Hinweise erhalten. „Die ersten Anrufe gingen schon während der Livesendung ein“, sagte Polizeisprecherin Sandra Otte gestern. Mehrere Anrufer hätten Informationen geben können, die tatsächlich zu einer Spur führen könnten.

Das ZDF hatte die Tat und ihre Vorgeschichte in einem rund zehn Minuten langen Film nachgestellt und mit teilweise fiktiven Details zur Vorgeschichte ausgeschmückt. Der Hergang der Tat selbst, wie er im Fernsehen zu sehen war, entspreche aber dem Ermittlungsstand, so Otte. Der Schleswiger Kriminalkommissar Norbert Preuß wurde danach im Studio von Moderator Rudi Cerne interviewt und schilderte die Probleme bei der Suche nach den Täterinnen. Einiges spreche dafür, dass die Frauen sich in der Pflegebranche auskennen. Sie wussten sogar den Namen des Pflegedienstes, von dem die alte Dame sich tatsächlich betreuen lässt. In Schleswig und Umgebung gibt es rund 20 verschiedene Pflegedienste mit teilweise hoher Personalfluktuation. „Es ist eine unübersichtliche Situation für uns“, so Preuß. Er geht von weiteren Taten aus, die der Polizei bisher nicht bekannt sind. Manche Opfer hätten die beiden Frauen vielleicht wirklich für Pflegerinnen gehalten und nicht bemerkt, bestohlen zu werden. Hinweise nimmt die Kripo unter Tel. 0 46 21/8 44 02 entgegen.

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