zur Navigation springen

Hans-Ulrich Post von der AfD : Über Nacht ein Direktkandidat

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Immobilienmakler Hans-Ulrich Post aus Schleswig möchte für die Alternative für Deutschland (AfD) im Wahlkreis 1 in den Bundestag einziehen

von
erstellt am 12.Sep.2013 | 00:34 Uhr

Wer wird Nachfolger von Wolfgang Börnsen als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis 1 Flensburg/Schleswig? Unsere Zeitung stellt die Kandidaten vor. Heute: Hans-Ulrich Post (Alternative für Deutschland, AfD).

 

Es ging rasend schnell. Auch für ihn selbst. „Der April war ein Schicksalsmonat für mich, beruflich und politisch“, sagt Hans-Ulrich Post. Plötzlich ist der 64-jährige Immobilienmakler nicht nur vollständig selbstständig in seinem Beruf, sondern auch wieder Mitglied einer Partei, obwohl er der Politik doch eigentlich abschwören wollte. Und plötzlich ist er zudem Direktkandidat für den Bundestag. Zugegeben: „Auch weil sich auf die Schnelle niemand anderes bereit erklärt hat“, sagt Post.

Der gelernte Versicherungskaufmann ist verheiratet, hat zwei erwachsene und zwei Enkelkinder, vier und acht Jahre alt. Zusammen mit seiner Frau lebt und arbeitet Post seit zehn Jahren in Schleswig. Geboren in Bielefeld, war es vor allem das Meer, das ihn und seine Frau, die er von dort mitbrachte, in den Norden zog. Zum Segeln bleibt mittlerweile allerdings kaum noch Zeit. Statt auf dem Wasser trifft man Post momentan vielmehr beim Flyer-Verteilen in der Einkaufsstraße, bei Gesprächen mit Bürgern, beim Plakate-Kleben, oder er nimmt an Podiumsdiskussionen teil. Viel Aufwand für Post, der betont, dass er an sich nicht der „Vereinsmeier“ sei.

Aber für die „Alternative für Deutschland“ (AfD) legt er sich gerne mit vollem Eifer ins Zeug. Bis zum Jahr 2000 war der gebürtige Westfale Mitglied der CDU, etwa zehn Jahre lang. Dann trat er aus – aus Frust. „Ich bin von der Grundeinstellung schon eher konservativ, aber was da von oben vorgegeben wurde, dagegen durfte man nicht gegenan gehen. Das war wie so eine Dampfwalze damals. “ Er habe sich nach einer Alternative umgeschaut. Die kam aber erst mit der AfD, die die Euro-Krise zu ihrem vordersten Schlachtschiff im Wahlkampf machte – ein Thema, das auch Hans-Ulrich Post seit dem ersten Rettungspaket beschäftigt. Der Vertrag von Maastricht, der Vertrag über die europäische Union, besage, dass kein EU-Land für das andere bürgen dürfe, betont der Schleswiger, dennoch fließen seit dem ersten Rettungspaket die Gelder an ins Wanken geratene Staaten. Probleme vor der eigenen Haustür blieben darüber jedoch liegen. „Wenn es darum geht, hundert Milliarden für Griechenland auszugeben, geht das in einer Nacht, aber für die Infrastruktur im eigenen Land ist kein Geld da, siehe Rader Hochbrücke, Kanal-Tunnel und die maroden Kanal-Schleusen“, sagt Post. Für Schleswig-Holstein und vor allem den Kreis Schleswig-Flensburg als Transit- und Urlaubsregion sei das besonders ärgerlich. Er wünsche sich ein vereintes Europa, aber mit souveränen Staaten. Und Verträge müssten grundsätzlich eingehalten werden.

Was steht noch auf der To-Do-Liste? Im Bereich Energiepolitik sei es ganz klar Aufgabe des Staates, Subventionen zu finanzieren und nicht wie bisher den Verbraucher über steigende Strompreise an die Kandarre zu nehmen. Das Schulsystem müsste bundesweit vereinheitlicht und dadurch beruhigt werden, und persönlich – unabhängig von der Partei – spricht sich Post dafür aus, dass die Amtszeit von Regierungsmitgliedern auf zwei Wahlperioden begrenzt werden müsse. Ein Abgesang auf Politikerkarrieren à la Helmut Kohl oder – angenommen, es kommt zur Wiederwahl – à la Angela Merkel. „Man merkt einfach, dass sich diese Leute von dem, was unten passiert, entfernen“, sagt Post. Er selbst dagegen sei im eigentlichen Sinne kein Politiker. „Ich bin der, der ich bin, berufstätig und politisch interessiert.“

Wichtig ist ihm vor allem, die der AfD nachgesagte rechte Tendenz entschieden zu verneinen. Das Parteiprogramm enthalte keinerlei rechte Auffassungen. „Wir stehen sicherlich leicht rechts von der CDU, aber wo steht die CDU? Wir bezeichnen uns als Partei der Mitte“, sagt Post, und das spiegele sich auch im Alter der Mitglieder wider, die zwischen 18 und 70 Jahren alt seien und aus allen sozialen Bereichen kämen. Morgen: Carsten-P. Brodersen (FDP)

 


Am Dienstag, 17. September, lädt unsere Zeitung die Direktkandidaten ab 18.30 Uhr zur Diskussion in die Flensburger Phänomenta. Eintritt ist frei.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen