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Schleswiger Nachrichten

18. Oktober 2017 | 10:17 Uhr

Schleswig : Tschüs, altes „Stadt Hamburg“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Es geht los: Abriss des baufälligen Hotelgebäudes beginnt nächste Woche. Unternehmer Ingo Stoll ärgert sich aber über die Verwaltung.

von
erstellt am 29.Nov.2014 | 07:58 Uhr

Noch schwingt die Abrissbirne hin und her. Doch offensichtlich ist: Der Lollfuß erfindet sich gerade neu. Wenn der Schutt auf dem neu erworbenen ASF-Gelände in den nächsten Tagen abgetragen sein wird, ziehen die Schaufelbagger derselben Firma gleich ein paar Meter weiter zum nächsten Abriss-Objekt: dem ehemaligen Hotel „Stadt Hamburg“. Wie Eigentümer und Bauunternehmer Ingo Stoll gestern gegenüber den SN mitteilte, soll dort ab Anfang Dezember mit den Abbrucharbeiten begonnen werden. Bis zum 28. Februar will er das Areal komplett leergeräumt haben. „Ab Herbst 2015 werden wir dann mit der Bebauung beginnen“, kündigt er an.

Vorgesehen sind nach seinen Angaben im hinteren Bereich des Baugebiets „Am Schlossgraben“ der Bau von 37 barrierefreien Eigentumswohnungen, die sich in Süd-West-Lage über drei Geschosse verteilen werden. Bereits ab dem kommenden Januar sollen die Wohnungen in einer Größe zwischen 45 und 110 Quadratmetern zum Verkauf angeboten werden, erklärt er. Und das vordere Gelände, also am Standort Stadt-Hamburg-Hotel zur Flensburger Straße hin , soll an einen Investor veräußert werden. Doch zunächst steht nun der Abriss des hohen und ehemals imposanten Gebäudes, das das gesamte Quartier geprägt hat, bevor. Stoll: „Ich bin froh, dass wir das jetzt in Angriff nehmen können, damit etwas Neues an der Stelle entstehen kann.“

Im Vorwege der Abrisspläne habe er sich sehr über die Stadt geärgert, und zwar speziell über das Verhalten von Bürgermeister Arthur Christiansen, berichtet Stoll. Denn das sei passiert: Nachdem die Schleswiger Nachrichten am 22. Oktober angekündigt hatten, dass nun der Abriss losgehe und dass er bis zum 15. November die Kostenvoranschläge von einigen Abbruchfirmen sondieren werde, habe er diese Termine auch dem Rathaus schriftlich mitgeteilt. „Und trotzdem habe ich von der Stadt eine sogenannte Ordnungsverfügung erhalten, mit bedrohlichem Inhalt“, wie Stoll sagt. Nämlich dass er aufgefordert sei, „unverzüglich, spätestens bis zum 28. Februar, den gesamten Gebäudekomplex ordnungsgemäß zu beseitigen“ . Und bis spätestens 30. November solle er „den Nachweis zur Beauftragung der Abbrucharbeiten vorlegen“. Andernfalls, so heißt es in dem behördlichen Schreiben weiter, würde die untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt ein Zwangsgeld gegen den Eigentümer Stoll festsetzen. Höhe: 10 000 Euro.

Dazu Stoll gegenüber den SN: „Das finde ich nicht bürgerfreundlich. Bei einem Objekt dieser Größenordnung erwarte ich eine bessere Kommunikation und mehr Entgegenkommen von der Verwaltung. Ich finde, der Bürgermeister hätte mich ruhig mal anrufen können.“ Dann nämlich hätte er ihm erzählt, meint Stoll, dass er ohnehin diese Termine für den Abriss vorgesehen habe. Schließlich sei er erst in diesem Herbst rechtmäßiger Eigentümer des Stadt-Hamburg-Geländes geworden, nachdem komplizierte Erbrechtsverhältnisse hätten geklärt werden müssen. Deshalb habe er erst ab diesem Zeitpunkt das Projekt inklusive Abrissarbeiten anpacken können. „Wenn die Stadt Investoren hier so behandelt, muss sie sich nicht wundern, wenn sie wieder gehen“, meint Ingo Stoll.

Die Stadt sieht das anders. „Sie hat nach der Landesbauordnung den Abriss zu verfügen, weil die öffentliche Sicherheit des Gebäudes, das seit zwölf Jahren dem Verfall preisgegeben ist, nicht mehr gewährleistet ist“, erklärte Rathaus-Sprecherin Antje Wendt gestern auf SN-Nachfrage. Bürgermeister Christiansen zeigt sich „sehr zufrieden, dass der Eigentümer seinen Verpflichtungen nachkommt“. Somit zeichne sich nun „eine positive Entwicklung für das Stadt-Hamburg-Areal ab“.

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