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Erfolgreicher Musiker : Trompetenspiel auf hoher See

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Marquardt Petersen (17) aus Sörup kann sich vorstellen, hauptberuflich als Musiker zu arbeiten. Er träumt von einem Kreuzfahrer-Engagement.

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 19:14 Uhr

Er spielt nahezu unentwegt. Nicht nur mit großer Begabung, sondern auch mit Begeisterung, von Herzen gern. Ob ein Konzert beim Wanderuper Weihnachtsdorf, Begrüßung des Kreuzfahrtschiffs MS Deutschland in Flensburg, Präsentation des Millionen-Hengstes „Totilas“ von Paul Schockemöhle in Vechta, mit den Kastelruther Spatzen auf der Bühne, Auftritte beim Musikantenstadl in der ARD oder bei den „Robbe & Berking Classics“ – es scheint manchmal, als lege Marquardt Petersen aus Sörup seine Trompete nie aus den Händen. Schon gar nicht, wenn es um die SG Flensburg-Handewitt geht: Am 3. September vor fünf Jahren hatte der heute 17-Jährige in der Campushalle (jetzt Flensarena) seinen ersten großen Auftritt als SG-Fan-Trompeter. Als Zwölfjähriger stand er das erste Mal vor den rund 6000 Zuschauern. Bis heute hat er keinen der über 100 Auftritte abgesagt, spielte als Intro für jedes Heimspiel anfangs das Schleswig-Holstein-Lied, nun den „Triumphmarsch“ aus der Oper Aida.

Marquardt legt seine Trompete aber durchaus mal beiseite. Zwar macht ihm jeder einzelne Auftritt großen Spaß, vor allem ehrenamtliche wie die des Söruper Bläserchors, dessen verstorbener Leiter Hans-Heinrich Lorenzen ihm einst das Trompetespielen lehrte. Doch es gibt eben noch andere Dinge im Leben eines 17-Jährigen: Die Schule zum Beispiel. Marquardt geht in die 12. Klasse des Alten Gymnasiums, seine Profilfächer sind Musik und Kunst. „Manchmal ist es anstrengend, weil man für die Schule immer mehr tun muss. Aber ich kriege Musik und Schule nebeneinander bislang gut hin“, sagt Marquardt. „Zurzeit mache ich nebenbei auch noch den Führerschein.“ Kurzum: Es sei zwar „nicht bahnbrechend“, aber es laufe ganz gut in der Schule. Er könne sich gut vorstellen, nach dem Abitur Musik zu studieren und einmal hauptberuflich als Trompetenspieler zu arbeiten, noch aber betrachtet er es als Hobby. „Es ist einfach das, was ich am liebsten tue.“

Marquardt sagt, dass er von Jahr zu Jahr immer erfolgreicher wird, doch das messe er nicht an der Größe der Auftritte oder daran, wie sich seine erste eigene CD „Kreuzfahrt der Träume“ verkauft, „sondern daran, wie sehr die Leute mich mögen“. Besonders gern haben ihn die Mitglieder seines Fanclubs in Luxemburg, die ihm bei Auftritten hinterherreisen, Plakate und Fahnen in die Luft halten, Autogramme absahnen und ihn umarmen wollen. „Darüber bin ich selbst überrascht“ sagt er. „Aber es freut mich sehr, das sind ganz liebe Menschen.“ In Luxemburg sind seine Songs begehrt: Beim „Radio Gutt Laun“ etwa steht „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich“ derzeit auf Platz neun.

Marquardt betont: „Ich mache heute noch immer die Musik, die ich von Anfang an gemacht habe, ich spiele nicht nur Volksmusik, sondern auch Welthits, denn ich will nicht der Volksmusik-Onkel sein.“ Er merkt aber an: „Viele mögen Volksmusik zwar nicht, oder sagen, dass sie sie nicht mögen. Aber es ist hochwertig produzierte Musik, sonst wäre die Branche nicht so erfolgreich.“

Was die Familie Petersen, die meist gemeinsam zu seinen Auftritten fährt, so sympathisch macht: Alle steigen nicht in den Flieger und jetten von einem Auftritt zum nächsten. Wenn Marquardt irgendwo spielt, in ganz Deutschland, in Luxemburg oder Dänemark – oft sind es mehrere Auftritte im Monat – dann nehmen Mutter Anja, Vater Marquardt senior, Bruder Frederik (14) und er fast immer das Auto. „Das ist praktischer, und fliegen ist wirklich teuer“, sagt Marquardt. „Wir machen aus meinen Auftritten meist Familientrips.“ Für viele bekommt er eine Gage, „aber steinreich werde ich damit nicht“, sagt er. „Als spätere Jobperspektive gesehen, könnte man sich damit aber über Wasser halten.“

Marquardt ist viel unterwegs, doch egal, wo er ist, „seine“ SG trägt der Handball-Fan immer im Herzen. „Es macht mir heute sogar noch mehr Spaß als am Anfang, vor den Spielen aufzutreten. Weil ich jetzt besser Trompete spielen kann und mehr in der SG-Familie drin bin.“ Er wolle so lange Fan-Trompeter sein, wie er hier lebe. Ein weiterer großer Wunsch des Sörupers: „Ich würde später gern auf einem Kreuzfahrtschiff engagiert werden und Trompete spielen – weil man dann so viel von der Welt sieht.“
>www.marquardt-petersen.de

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