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Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 15:26 Uhr

Schleswig : Trauer um Uwe Friedrichs

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswiger Tausendsassa ist am Sonnabend nach schwerer Krankheit verstorben.

Sport und Kultur bestimmten sein Leben, hat Uwe Friedrichs über sich selbst gesagt. Und tatsächlich hätten ohne ihn in seiner Heimatstadt Schleswig viele Projekte und Veranstaltungen, die zum Teil Kult geworden sind, wohl nie in dieser Intensität stattgefunden. Da war zum Beispiel das „Rockpalästchen“, das 14 Jahre lang in der Fachklinik lief und dort nicht nur Nachwuchsbands die Chance zum Weiterkommen bot, sondern auch die Integration von Behinderten förderte. Da war auch die legendäre Musikveranstaltung „Swinging City“, die weit über Schleswigs Grenzen hinaus bekannt und beliebt war. Und es gab das Kultur-Café der Brücke Schleswig-Holstein – ein integratives Projekt, das als Treffpunkt für Behinderte und Nicht-Behinderte diente, um gemeinsam Musik, Ausstellungen und Lesungen zu genießen. Und auch die Idee zur „IGL-Sportmeile“ stammt von ihm. Seit mehr als 20 Jahren werden einmal im Jahr akrobatische Vorführungen aus den Sportvereinen in Stadt und Kreis in der Ladenstraße dargeboten. Die Liste der von ihm auf den Weg gebrachten Veranstaltungen, die dann viele Jahre Bestand hatten und den Menschen Freude machten, ließe sich weiter fortsetzen.

Am vergangenen Sonnabend nun ist Uwe Friedrichs, Vater von drei Kindern, im Alter von 60 Jahren gestorben.

Er war ein Kind der Stadt. 1954 hier geboren, machte er nach der Schulzeit seine ersten beruflichen Schritte in der Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo er bis Ende 2001 als stellvertretender Stationsleiter tätig war. Seit 2002 war er Leiter der Begegnungsstätte der Brücke, ein offener Treff für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen. 2006 erhielt er als Anerkennung für sein „hervorragendes soziales Engagement“ das Ehrenblatt der Stadt Schleswig.

Bekannt wurde Uwe Friedrichs in den vergangenen Jahren auch als Buchautor. Dabei geht es in einem Gedichtband von ihm um „Momente des Innehaltens, in denen bewusst mit dem inneren Auge gesehen wird, wie mächtig und manchmal übermächtig der Tod in unser Leben greift“ – aber auch, wie Tröstliches gefunden werden kann.

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erstellt am 15.Okt.2014 | 07:14 Uhr

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