Glücksburg : Tote Fische stinken zum Himmel

 Weißfische, Barsche und Schleie treiben an der Oberfläche  des Westerwerker Sees und sorgen für einen penetranten Geruch in der Umgebung.
Weißfische, Barsche und Schleie treiben an der Oberfläche des Westerwerker Sees und sorgen für einen penetranten Geruch in der Umgebung.

Die Ufer des Westerwerker Sees bei Glücksburg sind gespickt mit toten Fischen: Barsche, Schleie und Weißfische treiben auf dem Wasser. Der Grund: Sauerstoffmangel, sagt der zuständige Förster.

shz.de von
19. Juli 2014, 16:10 Uhr

Es stinkt. Wer die Uferstraße bei Quellental passiert, der rümpft zwangsläufig die Nase, denn es stinkt zum Himmel. Grund sind die zahlreichen toten Fische, die die Ufer des Westerwerker Sees säumen. Barsche, Schleie und Weißfische wie Brassen treiben an der Oberfläche des Gewässers.

„Am Mittwoch war ich hier, weil ich in der Nähe zu tun und ein Spaziergänger mich informiert hatte“, sagte Klaus-Dieter Schmidt, der für das Flora-Fauna-Habitat zuständige Förster, gestern vor Ort. Es sei einfach zu warm für den Flachwassersee. „Es fehlt die nötige Menge an Sauerstoff, deshalb ist der See umgekippt“, erklärte er. Ursache des hohen Sauerstoffmangels sei ein Zersetzungsprozess. „Die Algen sterben derzeit ab und verbrauchen bei ihrer Zersetzung viel Sauerstoff.“

Dass die Wasserpflanzen überhaupt so stark gewachsen sind, führt der Forstingenieur auf reichlich Nährstoffe im Wasser zurück. Die dürften mit dem Oberflächenwasser von landwirtschaftlichen Flächen eingespült worden sein, vermutet Schmidt. Es sei bekannt, dass zum Beispiel ein Teil der auf die Äcker aufgebrachten Gülle, durch die Drainage abfließe und in die Gewässer gelange.

Der zwölf Hektar große Westerwerker See wird mit Quell- und Oberflächenwasser gespeist. Über Rotenhaus (an der Glücksburger Chaussee) und den Roikier-See fließt Süßwasser in das ein Meter flache Gewässer. Zwei Durchläufe unterhalb der Uferstraße ermöglichen das Abfließen des Wassers in die Förde oder sorgen für den Zufluss von Salzwasser – je nach Wasserstand und Wetter.

Seit Längerem habe kein wirklicher Ausgleich zwischen See und Förde stattgefunden. Der Wasserspiegel ist laut Schmidt recht konstant gewesen. Das dürfte zum Fischsterben beigetragen haben. Das seien Bedingungen, die während der heißen Sommerwochen vor einem Jahr so nicht geherrscht hätten.

Der Förster informierte nach eigenen Angaben bereits am Mittwoch die Untere Naturschutzbehörde in Schleswig. Ob die eine Wasserprobe genommen habe, wusste Schmidt nicht zu sagen. Die erste Reaktion der Mitarbeiterin dort sei eher verhalten gewesen. Der Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Schleswig-Flensburg, Hartmut Andersen, ließ gestern Mittag auf Nachfrage unserer Zeitung über die Pressestelle mitteilen, dass er von dem Zustand des Sees bisher nichts gewusst habe.

Eine Wasserkontrolle findet an dem See nicht statt. Er sei ein Biotop und kein offizielles Angelgewässer, erklärte der Glücksburger Förster. Die Kadaver entfernen, muss anscheinend niemand. Zuständig fühlt sich keiner. Die Fischleichen werden wohl weiter vor sich hinstinken.

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