Wikingerzeit-Archäologie : Tor im Danewerk wird zugeschüttet

Ausgrabungsmitarbeiter Werner Janßen (im Bagger) und Burghardt Behlau bedecken die wikingerzeitliche Ausgrabungsstätte mit Sand, um das Denkmal zu schützen.
Ausgrabungsmitarbeiter Werner Janßen (im Bagger) und Burghardt Behlau bedecken die wikingerzeitliche Ausgrabungsstätte mit Sand, um das Denkmal zu schützen.

Vier Jahre lang wurde die Ausgrabungsstätte in Dannewerk erforscht. Jetzt soll sie mit Sand geschützt werden.

shz.de von
13. Mai 2015, 19:39 Uhr

Vier Jahre lang haben Archäologen am „Tor zum Danewerk“ gegraben, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen – nun erfolgt der Rückbau. Die Ausgrabungsstätte wird mit feinstem Kies verfüllt, um die historische Befestigungsanlage aus der Wikingerzeit vor Umwelteinflüssen zu schützen und für die Nachwelt zu erhalten. Die Arbeiten an dem bedeutenden Denkmal haben bereits begonnen.

Mehrere hundert Kubikmeter fein gesiebter Sand „05er Körnung“ wurden den Ausgrabungsmitarbeitern Werner Janßen aus Schleswig und Burghardt Behlau aus Busdorf per Lkw-Lieferung tonnenweise praktisch vor die Füße gekippt. Was folgt, ist in erster Linie Handarbeit: Das, was sie in ihrer gemeinsamen akribischen Ausgrabungsarbeit an der Seite ihres Teams um die Archäologin Dr. Astrid Tummuscheit in den vergangenen vier Jahren nach und nach ans Tageslicht geholt haben, decken sie nun behutsam mit feinem Spielplatz-Sand wieder zu.

Im Zuge der Erdarbeiten wird das Vlies und die Planen, die insbesondere die Steinwälle vor Erosion schützten, entfernt. Sorgfältig erledigen die Ausgrabungsmitarbeiter den Rückbau ihrer Arbeit. „Dies tun wir ja, um das Denkmal zu schützen“, so Burghardt Behlau. Eine Schicht Mutterboden und Rasensaat soll den vorherigen Zustand des Danewerks wiederherstellen – auch optisch. Vorerst wird es dort keine weiteren Grabungen geben.

Die Archäologen sind bereits mit einer ersten Auswertung der Grabungen beschäftigt. Doch das Geld ist knapp. Daher hofft man nun, für die Arbeit finanzielle Fördermittel zu erhalten, erklärte Birte Anspach vom Archäologischen Landesamt in Schleswig. Rund 800 000 Euro wurden für die Grabungen ausgegeben, der dänische Anteil des jüngsten deutsch-dänischen Projekts stammt zum größten Teil aus Fördermitteln und von Sponsoren. Wie die Anlage der Öffentlichkeit in Zukunft präsentiert werden soll, ist noch nicht geklärt. Unterdessen ist die Entscheidung, ob Haithabu und das Danewerk zum Weltkulturerbe ernannt werden, auf das Jahr 2016 verschoben worden.


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