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Ausbildungsbetrieb des Jahres : Top-Ausbildung mit viel Abwechslung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Bauernhof von Familie Tramsen in Dollerup wurde beim Landesbauerntag auf der NORLA zum „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2013“ gekürt.

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erstellt am 08.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Auf dem Hof wird seit 1949 ausgebildet. Nachdem schon sein Vater 42 junge Leute erfolgreich zum Berufsabschluss führte, setzt Hans Peter Tramsen seit seiner Betriebsübernahme im Jahre 1996 in Dollerup diese Tradition fort. Zusammen mit Ehefrau Elke ist er dabei so erfolgreich, dass beiden gestern Urkunde und Hofschild als „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2013“ verliehen wurde. Im Rahmen einer Feierstunde beim Landesbauerntag auf der NORLA in Rendsburg überreichte Präsident Claus Heller von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein die Auszeichnung mit den Worten: „Dieser Betrieb hat stellvertretend für viele andere im Land Außerordentliches geleistet.“ Werner Schwarz, Präsident des Landesbauernverbandes, hob hervor, eine qualifizierte Ausbildung sei eine gute Investition in die Zukunft.

Die Preisträger überzeugten die Jury durch hohes Engagement, hervorragende Ausbildungsorganisation und gezielte Förderung von leistungsstarken, aber auch leistungsschwächeren jungen Menschen. Tramsen sagte, sein erklärtes Ziel sei es, alle auf dem Hof mitzunehmen und ihnen zum Erfolg zu verhelfen. „Durch das Übertragen von Eigenverantwortung wecken wir Lust, Aufgaben selbst zu lösen und immer weiter zu lernen.“ Als langjähriges Mitglied in verschiedenen Prüfungskommissionen, durch Angebote an Schulen, sich auf dem Betrieb zu informieren, und durch das Bereitstellen von Praktikumsplätzen leistet der staatlich geprüfte Landwirt einen Beitrag zur Sicherung des Nachwuchses in der Agrarbranche.

Das Ehepaar Tramsen bewirtschaftet einen Betrieb mit 190 Hektar Acker- und 50 Hektar Grünland. In den Stallungen befinden sich 220 Zuchtsauen und 120 Milchkühe, die mit Hilfe zweier Melkroboter gemolken werden. Ein viertes Standbein sind eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 133 Kilowatt (KW) und eine Biogasanlage, die durch Kraft-Wärme-Kopplung 400 KW an elektrischem Strom und 850 KW an Wärme erzeugen kann. Die Heizenergie wird zum kleineren Teil im Betrieb für Ferkelaufzuchtstall, Wohnhaus und eine Holztrocknungsanlage verwendet. Ansonsten fließt sie in ein Nahwärmenetz von drei Kilometern Länge, das mehr als 20 Häuser im Dorf versorgt. Eine Ausbaureserve ist noch vorhanden. Insgesamt werden auf diese Weise pro Jahr umgerechnet etwa 150 000 Liter Heizöl eingespart.

Neben dem Betriebsleiter-Ehepaar sind auf dem Hof zwei Mitarbeiter fest beschäftigt. Darüber hinaus absolvieren dort gegenwärtig Malte Mester aus dem niedersächsischen Quakenbrück und Erk Thomsen aus Schwackendorf in Ostangeln, beide 18 Jahre alt, ihr drittes Ausbildungsjahr. Sie sind voll eingebunden in Arbeiten und Abläufe aller vier Betriebszweige. Später wollen sie den elterlichen Hof übernehmen.

Einer ihrer Vorgänger in Dollerup war Jonathan Weingang, der in diesem Jahr die Ausbildung mit der Traumnote 1,07 als Bester im Lande abschloss. Dass bei den Tramsens eine fundierte Ausbildung angeboten wird, hat sich herumgesprochen. Die Ausbildungsplätze sind bereits bis 2017 ausgebucht. In der Landwirtschaft ist es im Übrigen üblich, jährlich zu wechseln, um so verschiedene Betriebe mit unterschiedlichen Bewirtschaftungsweisen und Ausrichtungen kennenzulernen.

Bei einer Hofbesichtigung vor wenigen Tagen teilte Martina Johannes, Fachbereichsleiterin Bildung der Landwirtschaftskammer in Rendsburg, mit, dass gegenwärtig etwa 800 junge Leute die dreijährige Berufsausbildung als Landwirt durchlaufen. Ein Drittel davon stamme nicht vom Bauernhof. Die Landwirtschaft suche fachlich qualifizierte Mitarbeiter und biete gute berufliche Perspektiven.

Als Beispiel dafür steht Tramsens festangestellter Mitarbeiter Jörn Thomsen. Nach einer Ausbildung als Maschinenschlosser sattelte er auf Landwirtschaft um und brachte es bis zum Meister. „Meine Tätigkeit ist technisch anspruchsvoll, und ich habe ständig mit der Natur auf dem Feld und mit Tieren zu tun. Das ist abwechslungsreich und beruflich erfüllend!“

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