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Schleswiger Nachrichten

20. Oktober 2017 | 16:56 Uhr

Tontauben begeistern mit prickelndem Swing

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 13:09 Uhr

Swing wird in Glücksburg gut angenommen. Bereits vor zwei Jahren waren die „Tontauben“ da. Jetzt bescherte das Berliner Vocalensemble, bestehend aus drei Sängerinnen und Pianist Michael Henke, dem Schloss wieder einen fast ausverkauften Weißen Saal mit rund 200 Gästen.

Die Outfits der Sängerinnen erinnern an das Logo des Ahoj-Brausepulvers: Matrosenkleider mit passenden Hüten in den Farben Minze, Himbeere und Zitrone. Retro ist auch ihr Musikstil, lebensbejahender Swing der 30er und 40er Jahre, wie ihn im alten Berlin die Comedian Harmonists verkörperten. Die „Tontauben“, benannt nach ihrem Gründungsmitglied Anja Taube, sangen Swing-Schlager wie „Wochenend und Sonnenschein“ und Ufa-Klassiker wie „Liebling“, „Mein kleiner grüner Kaktus“, „So schön wie heut“ und „Bel Ami“.

Nach der Pause wurden die kleinen schauspielerischen Einlagen zwischen den Liedern immer direkter. Die Sängerinnen, nun in schwarzen Kleidern und roten Hüten, eilten durch die Zuschauerreihen, Ausschau haltend nach einem passenden Mann. Keine Glatze sollte er haben und seine Augen mussten suggerieren: „Komm her zu mir Kleines“.

Die bekanntesten Schlager wurden vom Publikum mit rhythmischem Klatschen begleitet. Bei „Mr. Sandman“ verfielen die „Tontauben“ plötzlich in den Rhythmus von „We will Rock You“ der Rockgruppe Queen. Im Lied „Tante Paula liegt im Bett und isst Tomaten“ kamen originelle Rasseln in Obst- und Gemüseformen zum Einsatz. Die Stimmen der drei Profi-Sängerinnen ergänzten sich zu einem erstaunlich runden Gesamteindruck. Anett Levander, die Altistin, erklärte, wie das gelingt: „Man muss es dem Song überlassen, wo sich unsere Stimmlagen einpendeln.“ Ihr Alt variierte von mittel- bis ganz tief. Anja Taube und Anja Schödel teilten sich den hohen und den mittleren Sopran.

Einigen Zuschauern klang es insgesamt zu wenig „jazzig“. Aber die meisten waren sich einig: Der heitere Swing im Renaissance-Ambiente vor alten Gobelins hatte eine belebende Wirkung.

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