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Schleswiger Nachrichten

25. November 2017 | 08:56 Uhr

Freizeitpark : Tolk-Schau kann Angebot ausbauen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Tolker Gemeindevertretung gibt Grünes Licht für Hallenbau und weitere Fahrgeschäfte in der Tolk-Schau.

Eine ungewöhnlich hohe Anwohner-Beteiligung sprach für die Brisanz der auf der Tagesordnung stehenden Punkte in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Tolk. Allen voran die mögliche Erweiterung der ortsprägenden Tolk-Schau schien viele zu interessieren. „Diesbezügliche Überlegungen gibt es schon seit 20 Jahren,“ sagte Landschaftsarchitekt Frank Springer aus Busdorf, der den Anwesenden eine Möglichkeit zur Erweiterung des Freizeitparks für Kinder und Jugendliche vorstellte. Dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan des „Freizeitpark Tolk-Schau“ stimmten die Gemeindevertreter einstimmig zu, um dem Betrieb Entwicklungsperspektiven zu ermöglichen. Dieser möchte auf dem eigenen Gelände eine Halle errichten, um dort „unsere Pfauen unterzubringen, falls wieder eine Vogelgrippe ausbricht“, so Prokurist Stephan Erichsen. Auch würde der Freizeitpark gerne weitere Fahrgeschäfte installieren.

Noch bevor man auf der Tagesordnung zum Informationsbericht zum Thema Windkraft vorgedrungen war, gab es Beschwerden aus der Reihe der Bürger, die sich nur mangelhaft informiert fühlten über die Windkraft-Entwicklung in der eigenen Gemeinde. Statt die aktuellen Entwicklungen publik zu machen, werde „Still ruht der See“ veranstaltet, so ein aufgebrachter Besucher. Der Vorwurf wurde laut, dass man in Taarstedt augenscheinlich besser informiert worden sei. Bürgermeister Holger Böttcher betonte, „jede Veranstaltung war öffentlich und ist auch in Tolk schon gewesen.“ Für die aktuelle Sitzung sei eine Information zum aktuellen Planungsstand vorgesehen und Eingaben über das Für und Wider könnten auch weiterhin noch eingereicht werden.

Die genaue Anzahl der Windräder oder Angaben über die jeweilige Höhe könnten derzeit noch nicht gemacht werden, dafür sei es noch zu früh. Auf Landesebene würden jetzt erst Flächen nach komplizierten Regeln ermittelt. Regeln, die sich möglicherweise nach der anstehenden Landtagswahl noch einmal entscheidend ändern. Dies erklärte Biologe Michael Dietrich von der Gesellschaft für Freiland-Ökologie und Naturschutzplanung in Molfsee den Anwesenden anhand einer kurzen Diavorführung. Der Kritik, man habe sich während des Verfahrens auf veraltete Schallgutachten gestützt und vernichte so willentlich die Wohnqualität und den Wert von Immobilien im Radius von 400 Metern um die Anlagen, wies Dietrich zurück. Er versicherte, dass neueste Schallgutachten angefertigt worden seien.

Unter Infraschall versteht man Niedrigfrequenz-Schallwellen in einem Bereich unterhalb der menschlichen Hörschwelle. Diese stehen in dem Verdacht, gesundheitliche Schäden zu verursachen; was allerdings noch nicht ausreichend erforscht ist, doch auch die Befürchtung, dass bauliche Veränderungen zukünftig aufgrund der Nähe zu den Windanlagen nicht mehr möglich sind, machen den Tolkern Sorgen. Holger Böttcher versichert seiner Gemeinde: „Wir bleiben weiter im Kontakt, damit die Bürger informiert werden können und wissen, was passiert. Jeder hat Mitspracherecht.“

Der Ausbau der Breitbandversorgung verzögert sich. Zum mittlerweile dritten Mal haben sich die Regelungen bezüglich der Planung, der Betreiber und des Ausbaus geändert. So bleibt es weiterhin spannend, ob es die Bundesregierung wie zugesichert schafft, bis 2018 eine flächendeckende Versorgung auch in ländlichen Gebieten zu gewährleisten.

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