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Stacheldrah-Reste : Tödliche Falle für Damhirsche

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Immer wieder verfangen sich in Angeln Hirsche in Drähten und Bändern. Jäger ermahnen Viehhalter zu mehr Umsicht.

Es ist nicht der erste Fall, dass sich ein Damhirsch mit Pferdelitze, Sackband oder Weidezaundraht stranguliert – und dürfte zum Leidwesen von Friedrich Greggersen aus Nübelfeld wohl auch nicht der letzte sein. Er, der gemeinsam mit Hartmut Goslowski Inhaber des rund 300 Hektar großen Reviers Roikier ist, berichtet vom fünften Fall dieser Art – davon bereits zwei in diesem Jagdjahr.

Friedrich Greggersen liegen die Damhirsche am Herzen – er ist Jäger und hat sein Hauptaugenmerk auf die Hege und Pflege gerichtet. Da tut es ihm in der Seele weh, wenn er das Leiden eines Damhirsches sieht. Erst jüngst hatte sich in Friedrichstal erneut ein Tier in Draht und Sackband, das achtlos herrum lag, derart verfangen, dass der Gnadenschuss eine Erlösung für den leidenden Damhirsch bedeutete. Das vier Jahre alte Tier konnte sich kaum noch bewegen und auch nicht mehr fressen. Der Damhirsch, der bereits total abgemagert war und auch schon nach Verwesung roch, wäre elendig verendet. Daher entschloss sich der Jagdausübungsberechtigte zum Gnadenschuss.

Dass sich Damhirsche strangulieren, beschränkt sich keineswegs nur auf Roikier. Friedrich Greggersen weiß von ähnlichen Vorkommnissen auch in anderen Revieren. Damhirsche sind, wie er sagt, von Natur aus neugierig und verspielt. Da verfangen sie sich mit ihrem Geweih schnell in Draht und Band, können sich aus eigener Kraft nicht befreien. Der Jäger berichtet von einem Fall, bei dem sich ein Hirsch in einer 25 Meter langen Pferdelitze verfangen hatte. Die hatte sich tief in seinen Kopf eingeschnürt. Für dieses Tier gab es ebenfalls keine Hilfe mehr – es wurde mit einem Gnadenschuss erlöst.

Vor diesem Hintergrund appelliert die Jägerschaft an alle Viehhalter, die Kühe, Pferd, Schafe und Ziegen im Freien weiden lassen und die Weiden eingezäunt haben, nicht benötigte Drähte sowie Sackband nicht in der freien Feldmark liegen zu lassen, sondern unbedingt zu entfernen. Denn was liegen bleibt, kann zur tödlichen Falle für Damhirsche werden.

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