Jagel : Tiger Meet: Das Treffen der bunten Kampfjets

Leitwerke mit furchteinflößender Bemalung: Die schönsten Kampfflugzeuge werden am Ende des Manövers prämiert.
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Leitwerke mit furchteinflößender Bemalung: Die schönsten Kampfflugzeuge werden am Ende des Manövers prämiert.

Mehr als 1000 Soldaten aus zwölf Nationen: In Jagel hat mit dem „Tiger Meet“ die größte Nato-Luftwaffenübung in Europa begonnen. Teilnehmen dürfen nur Verbände, die ein Raubtier in ihrem Wappen führen.

shz.de von
17. Juni 2014, 19:33 Uhr

Jagel | Sie starten im Minutentakt. Mirage 2000 und Rafale aus Frankreich, deutsche Tornados und Eurofighter, F-16 aus Polen, den Niederlanden oder der Türkei donnern seit Anfang der Woche über Schleswig und die Region hinweg. 18 Staffeln aus zwölf Nationen haben sich auf dem Fliegerhorst Jagel zum „Nato Tiger Meet“ versammelt – zum größten Luftwaffenmanöver des Verteidigungsbündnisses in Europa. Am Dienstag ging es das erste Mal richtig zur Sache. Sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag hoben die 47 Kampfjets und vier Hubschrauber in Wellen zu Übungsflügen ab.

Teilnehmen dürfen nur Verbände, die ein Raubtier in ihrem Wappen führen. Das jährliche Treffen hat Event-Charakter. Jede Staffel schickt mindestens einen eigens für das Manöver lackierten Jet an den Start. Das schönste Flugzeug wird am Ende der zwei Wochen prämiert. Tiger, Panther und Co. sind quasi überall anzutreffen – auf Abzeichen, Fahnen, T-Shirts, Halstüchern und nicht zuletzt auf den Maschinen. So wie am, Dientsag, als belgische Soldaten auf zwei am Boden stehenden F-16 große Stofftiger platziert haben. Die britischen Helikopter-Besatzungen bereiten sich derweil mit lauter Dudelsackmusik auf ihre nächste Mission vor. Und auch im Container-Dorf der Operationszentrale herrscht gute Stimmung. Man kennt sich, und man schätzt sich in der großen Raubtier-Familie.

Kaum jemand weiß besser um den „Tiger Spirit“ als Don Verhees. Seit 32 Jahren bereitet der Amerikaner als Vorstandsmitglied der „Nato Tiger Association“ die Treffen mit vor. Der Oberst a. D. warnt aber vor falschen Schlussfolgerungen. „Die bemalten Flugzeuge und die bunten Abzeichen an den Uniformen gehören zum Showbusiness“, sagt Verhees. „Über allem steht aber die Kampfübung.“

Darauf weist auch Major Martin Kapell vom gastgebenden Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ hin. Selten hätten die Piloten eine solche Gelegenheit, so intensiv im internationalen Verbund zu trainieren, erläutert der Projektoffizier, der die Großveranstaltung ein Jahr lang geplant hat. Ob zwei gegen zwei oder vier gegen vier – über der Nordsee, bis weit in den dänischen und holländischen Luftraum hinein, würden Kämpfe geübt. Zwei Großtanker sorgten dafür, dass die Maschinen bis zu zweieinhalb Stunden in der Luft bleiben können. Bei den Einsätzen in Afghanistan oder Libyen hätten Nato-Piloten das angewandt, was sie bei den jährlichen „Tiger Meets“ einstudiert hätten. „Auf der anderen Seite bringen zum Beispiel einige Piloten ihre Erfahrungen aus dem Libyen-Krieg hier mit ein“, so Kapell.

Das Geschwader in Jagel ist nach 2004 zum zweiten Mal Ausrichter des „Tiger Meet“. Das Großmanöver stellt für den Gastgeber eine logistische Herausforderung dar. Immerhin sind mehr als 1000 auswärtige Soldaten angereist. Für sie sind in der Kropper Kaserne 300 Wohncontainer aufgestellt worden. Hinzu kommen 110 Bürocontainer auf dem Flugplatz in Jagel. Der Großteil der Infrastruktur konnte übernommen werden von der Übung „Jawtex“, die erst vor kurzem abgehalten wurde.

Beim „Tiger Meet“ geht die Staffel der „Immelmänner“ übrigens als doppelter Titelverteidiger ins Rennen. Vom Treffen vor einem Jahr im norwegischen Ørland kehrten die Jageler mit dem silbernen Tiger als Wettkampfsieger sowie der Trophäe für den schönsten Jet zurück.

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