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Schleswiger Nachrichten

18. August 2017 | 22:45 Uhr

Jahresbilanz : Tierheim braucht mehr Geld

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Einrichtung am Ratsteich baut neues Haus für Hunde. 881 Tiere wurden im vergangenen Jahr aufgenommen.

Das Tierheim am Ratsteich hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Viele Veränderungen wurden initiiert, aber auch einige Rückschläge eingesteckt. 881 Tiere wurden 2013 von den Mitarbeitern versorgt. 688 kehrten zu ihren Besitzern zurück oder konnten in ein neues Zuhause vermittelt werden. Am stärksten vertreten sind Katzen: 604 von ihnen durchliefen die Räume des Tierheims. 146 Hunde waren ebenfalls zu Gast.

Zwei Hängebauchschweine waren wohl die ungewöhnlichsten Bewohner. „Ein Handwerker hatte sie auf einer Koppel stehen sehen“, berichtet Schriftführerin Nicole Schmonsees. Die Tiere hätten dort „in der brütenden Hitze“ ohne Futter oder Wasser gestanden. Neben den Schweinen beschlagnahmten sie und ihre Kollegen im vergangenen Jahr noch 127 weitere Tiere. Oftmals besuche sie dabei tark verwahrloste Messi-Wohnungen, die mit Katzen oder Hunden übersät sind. „Das ist ein ansteigender Trend“, sagt Vorstandsmitglied Schmonsees. Am häufigsten nimmt das Heim aber Fundtiere auf. Insgesamt 464 Tiere fanden so den Weg ins Heim.

Manche von ihnen, wie zum Beispiel kleine Wildvögel, werden nur fürs Erste versorgt und anschließend an den Tierschutzbund weitergegeben. Hierfür fehlten am Ratsteich einfach die Unterkünfte. „Das Hundehaus und die Quarantänestation waren auch nicht optimal“, erklärt Schmonsees. Deshalb startete im April die 150 000 Euro teure Sanierung des Hundehauses . Sie wird von einer Stiftung finanziert. Es soll nach dem Vorbild des 2011 fertig gestellten Katzenhauses gestaltet sein, das über Zimmer anstelle von Käfigen verfügt. „So sind die Tiere viel entspannter und können besser vermittelt werden“, verdeutlicht Schmonsees. Auch die Quarantänestation, in die alle neuen Hunde zunächst einquartiert werden, ist seit Dezember Teil der Bauarbeiten. „Wir haben zwei von drei Bauphasen für das Hundehaus abgeschlossen“, berichtet Schmonsees. Für die dritte und finale Phase sei die Finanzierung aber noch nicht gesichert. Spenden und Fördermittel sollen den Bau fortsetzen. Es mache zwar viel Arbeit, Spenden zu sammeln, aber Alternativen stünden nicht unbedingt zur Verfügung – denn das Geld sei knapp, sagt Schmonsees.

Jeweils ein Drittel der Einnahmen stammt aus Mitgliedsbeiträge und Vermittlungsgebühren. 20 Prozent der Einnahmen kommen von der Stadt. Die wäre ansonsten dazu verpflichtet, Fundtiere selbst einzusammeln. Stattdessen kümmert sich das Tierheim darum. „Die Stadt zahlt aber nur 28 Tage lang für ein Fundtier“, erklärt Schmonsees. Viele Tiere würden jedoch länger im Heim bleiben, da sie nur schwer zu vermitteln sind. Einige Heimbewohner sind sogar schon zwei Jahre dort.

Dass die Kosten dann schon mal das private Vermögen anknabbern, ist klar. Besonders hart traf das Tierheim im vergangenen Jahr deshalb das Ausbleiben jeglicher Erbschaften. Auch andere Tierheime hielten sich mit den Nachlässen von Tierfreunden über Wasser. „Langfristig müssen wir aber auf eine solidere Basis kommen“, erklärt Schmonsees’ Partner und Vorstandsmitglied Friedhelm Latsch. Fördermittel vom Staat sind hierfür das nächste Ziel.

Neben dem Vorstand sind zurzeit noch drei Auszubildende und zwei Helfer vom Bundesfreiwilligendienst Teil des Tierheim-Teams. Mehr ist nicht drin, weil es keine Förderung für die Gehälter gibt. „Zwei oder drei ehrenamtliche Helfer mehr – die würden uns schon reichen“, sagt Latsch. Sollten Erbschaften allerdings weiter ausbleiben, helfen auch kostenlose Arbeitskräfte nicht mehr, so Schmonsees.

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erstellt am 15.Jan.2014 | 14:09 Uhr

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