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Schleswig : Tierärztetag lockt Experten aus ganz Deutschland an

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mehr als 450 Veterinäre diskutierten zum vierten Mal im „Walschlösschen“ über Themen rund um die Tiergesundheit.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 07:51 Uhr

„Ja, heute haben wir deutlich mehr Gäste, die mit einem eigenen Haustier angereist sind, als üblich“, bestätigte Elke Rosenberg, Mitarbeiterin des Hotels „Waldschlösschen“, lächelnd. Bereits zum vierten Mal fand dort am Sonnabend der Tierärztetag der Tierärztekammer Schleswig-Holstein statt – erneut mit über 450 Teilnehmern. Einen ganzen Tag lang standen dabei für die Experten, die aus ganz Deutschland angereist waren, zahlreiche wissenschaftliche Vorträge und Diskussionsrunden rund um die Bereiche Kleintiere, Pferde, Rinder, Schweine und Öffentliches Veterinärwesen auf dem Programm.

Themen wie „ Das Immunsystem – wie funktioniert es, wie kann ich Einfluss nehmen?“ oder „Welche Möglichkeiten bietet das Tiergesundheits-Management in der Reduktion des Einsatzes von Antibiotika?“ waren dabei auch von öffentlichem Interesse. Der Präsident der Bundestierärztekammer, Dr. Uwe Tiedemann, war zur Freude der Veranstalter ebenfalls nach Schleswig gekommen. Dr. Jens-Peter Greve, Präsident der Tierärztekammer Schleswig-Holstein, begrüßte zudem einen weiteren besonderen Gast: „Ich bin stolz darauf, dass wir den Mut hatten, die kritische Journalistin Tanja Busse einzuladen. Ich habe ihr Buch ,Die Wegwerfkuh’ gelesen und wollte sie unbedingt als Referentin dabei haben.“ Unter anderem fordert Busse den Mindestlohn auch für Bauern. Zudem bittet sie öffentlich darum, bei jedem Einkauf im Supermarkt nach fair bezahlter Milch zu fragen. Dies hätte möglicherweise zur Folge, dass „nicht alle Kühe als arme Schweine enden“.

Ebenfalls auf großes Interesse stieß der Vortrag von Kai Frölich, dem Direktor der „Arche Warder“, dem größten Tierpark für alte Haus- und Nutztierrassen Europas. Der gebürtige Schleswiger berichtete von der Bedeutung von Haustierparks für den Erhalt von vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen: „Sie zeigen uns, wo wir herkommen. Sie sind die Kulturgeschichte des Menschen. Wir reißen ja auch nicht die Frauenkirche in München ab, um dort ein effizienteres Gebäude hinzustellen. Genauso müssen wir mit unseren alten Rassen umgehen.“ Frölich nutzte auch deshalb die Gelegenheit, um für seinen Tierpark zu werben: „Hier wird man entschleunigt. Man kommt zur Ruhe und fühlt sich wohl. Und wem Warder zu weit ist, der kann auch auf dem Gelände von Haithabu und bald sogar rund um das ,Waldschlösschen’ alte Nutztiere aus dem Bestand der Arche bewundern.“




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