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schleswiger werkstätten : Therapieräume mit Wohlfühl-Faktor

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Werkstätten haben gestern ihre neue Tagesförderstätte am Mühlenredder eingeweiht. Kosten: 1,5 Millionen Euro.

von
erstellt am 28.Feb.2015 | 07:33 Uhr

Gut aufgehoben fühle sich ihre Tochter hier. Und allein das ist für Helga Appel unheimlich viel wert. Denn dass die mehrfach behinderte Lena rundum gut betreut wird, war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. „Jetzt aber sind wir endlich zufrieden. Sie fühlt sich wohl, alles ist gut“, sagt die Mutter der 32-Jährigen, die an einer angeborenen Fehlbildung des Gehirns leidet und auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes ist. Gestern nun war für Lena und ihre Eltern ein besonderer Tag. Denn gemeinsam mit vielen anderen schwerstbehinderten Menschen und ihren Familien sowie zahlreichen Gästen feierten sie die offizielle Einweihung der neuen Tagesförderstätte der Schleswiger Werkstätten.

Zwar werden die Räume in dem rund 700 Quadratmeter großen Gebäude, das an die Hauptstelle der Werkstätten im Mühlenredder angebaut wurde, bereits seit einigen Wochen genutzt. Bis es allerdings soweit war, hat es einen langen Atem gebraucht. Denn mehr als fünf Jahre ist es her, dass Mitarbeiter der Werkstätten und insbesondere auch die Eltern der Behinderten einen entsprechenden Bedarf angemeldet hatten. Es folgten jedoch schwierige Verhandlungen mit dem Kreis, der nun über die Zahlung der Tagesgelder für die Betreuung der Nutzer die Kosten für den Bau der Einrichtung mitfinanziert. Rund 1,5 Millionen Euro kostet die neue Tagesförderstätte, die Platz für insgesamt 21 Behinderte bietet. Sie werden von insgesamt sieben Betreuern unterstützt, die sich in den neuen Räumen nun über zahlreiche Hilfen und Extras freuen können. So gibt es nicht nur ein großes modernes Spezial-Bad für Rollstuhlfahrer, sondern auch einen Sinnesparcours, verschiedene Therapie-Räume und sogar ein sogenanntes „Snoezel-Zimmer“ zum gezielten Wohlfühlen und Abschalten. „Dies ist ein Haus für Menschen, die mehr Hilfe brauchen als andere. Hier können sie sich entspannen, aber auch lernen. Jeder nach seinen Möglichkeiten“, sagte Einrichtungsleiter Jan-Henrik Schmidt, der sich über die große Gästezahl zur Einweihung des Neubaus freute.

Dazu gehörten auch Vertreter der Firmen, die an dem Bau beteiligt waren. Sie alle – vom Planungsbüro bis hin zum Dachdecker – stammen aus der Region. Keine Selbstverständlichkeit. Und so übergab Bauunternehmer Bernd Oldsen im Namen seiner Kollegen als Dankeschön einen Spendenscheck über 1600 Euro an die Werkstätten. Dass diese wiederum ein fester Bestandteil des Lebens in Schleswig sind, betonten anschließend sowohl Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski als auch Bürgermeister Arthur Christiansen in ihren Grußworten. „Diese Einrichtung ist ein Mehrwert für Schleswig, und jeder einzelne Mitarbeiter der Werkstätten bereichert die Stadt. Ihr seid echte Sympathieträger“, so Christiansen.

Wie sehr diese Aussage zutrifft, bewies Melanie Horst. Die 36-Jährige erhob sich aus ihrem Rollstuhl und bedankte sich im Namen aller Nutzer für die Einrichtung der neuen Räume. „Wir fühlen uns hier sehr wohl. Ich freue mich jeden Morgen, hierher kommen zu dürfen“, sagte sie – und heimste den größten Applaus aller Redner ein.

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