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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 04:28 Uhr

Schleswig : Theaterneubau – still ruht der See

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Verwaltung schlägt Architektenwettbewerb für Gelände am Lollfuß vor. Die Parteien sehen zurzeit aber andere Prioritäten

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 07:24 Uhr

Es ist still geworden rund um das Theater in Schleswig. Spätestens seitdem die Karten in der Gesellschafterversammlung des Landestheaters neu gemischt wurden und die Verlegung des Hauptsitzes nach Rendsburg beschlossene Sache ist, ist das Thema in öffentlichen Diskussionen und auch auf politischer Ebene auf der Prioritätenliste weit nach hinten gerückt. Auch bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses spielte das Theater nur noch eine Nebenrolle. Zumindest aber eine, die mal wieder aufhorchen lässt. Denn im Haushaltsentwurf 2016 für räumliche Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen wurden von der Verwaltung 35  000 Euro eingestellt. Für einen „städtebaulichen Wettbewerb für das Theaterquartier“, wie es dort heißt.

„Die Idee ist, im Rahmen eines solchen Wettbewerbs einmal von Architekten vor Augen geführt zu bekommen, wie es auf dem Gelände später aussehen könnte“, erklärt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt auf Nachfrage. „Der Politik zur Diskussion gestellt wurde das Thema allerdings noch nicht.“

Das bestätigt auch Helge Lehmkuhl von der CDU. Er kann sich aber vorstellen, „dass solch ein Wettbewerb durchaus Sinn machen könnte“. Gleichzeitig wehrt er sich dagegen, dass die Pläne für den Bau einer neuen Spielstätte von Politik und Verwaltung auf die lange Bank geschoben werden könnten. Diese Befürchtung macht sich in der Stadt breit, seitdem die Verlängerung des Mietvertrages der Stadt mit dem SSF für die Nutzung des Slesvighus als Theatersaal um bis zu zwölf Jahre so gut wie beschlossene Sache ist. „Diese Gefahr sehen wir auch. Weil es andere Themen gibt, die zurzeit auf der Agenda stehen. Aber wir machen uns weiter Gedanken. Das Theater im Slesvighus soll nicht zum Status Quo werden“, betont Lehmkuhl. Dabei tendiere die CDU weiter zum Bau einer Multifunktionshalle auf dem Gelände im Lollfuß, „in dem sowohl das Landestheater als auch das Programm der ,Heimat‘ ein neues Zuhause hätten. Wie das umgesetzt und finanziert werden kann, das ist halt die Kernfrage“. Diese wolle man aber in einer „vertretbaren Zeitspanne“ lösen, fügt Lehmkuhl an. „Sonst würden wir Schleswig eine riesige Chance nehmen.“

Das wiederum weiß auch Bauausschuss-Vorsitzender Klaus Bosholm (SPD). Er äußert sich dennoch zurückhaltender. „Das Thema Theater-Neubau hat zurzeit nicht die allererste Priorität in Schleswig“, sagt er. Die anstehende Innenstadtsanierung oder die Entwicklung auf der Freiheit und auf dem Gelände zwischen Brauerei und Königswiesen müssten dringender angegangen werden. „Ob und wie man dann auch die gesamte Theaterfrage klärt, entzieht sich im Moment meiner Vorstellung.“ Weder könne man zurzeit sagen, wie ein Nachfolgebau des alten Stadttheaters aussehen könnte, noch, wo dieser einmal stehen wird. „Das muss alles in Ruhe erarbeitet werden und hängt vom Verhandlungsgeschick des Bürgermeisters ab“, so Bosholm. Zwölf Jahre allerdings wolle man gewiss nicht warten, bis man zu einer Lösung kommt.

 

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