Wegen Abriss-Arbeiten im Lollfuss : Theaterleitung zieht auf die Schlossinsel

Die Kommandantur von Gottorf: Hier befanden sich bislang Verwaltungsbüros der Landesmuseen. Die Mitarbeiter sind jetzt ins Hauptgebäude umgezogen. Unterm Dach bewohnte bis 2009 der damalige Museumsdirektor Herwig Guratzsch anderthalb Zimmer.
Die Kommandantur von Gottorf: Hier befanden sich bislang Verwaltungsbüros der Landesmuseen. Die Mitarbeiter sind jetzt ins Hauptgebäude umgezogen. Unterm Dach bewohnte bis 2009 der damalige Museumsdirektor Herwig Guratzsch anderthalb Zimmer.

Generalintendant Grisebach zieht für zunächst zwei Jahre in die Kommandantur von Schloss Gottorf. An eine Rückkehr in den Lollfuß glaubt er nicht.

von
20. Juni 2014, 12:00 Uhr

Generalintendant Peter Grisebach stellt sich auf einen Abschied für immer ein. In zwei Wochen verlässt er mit dem Landestheater sein Stammhaus im Lollfuß 53. Die Belegschaft kommt in einem Nebengebäude von Schloss Gottorf unter. Für diesen Zweck hat die Stadt Schleswig die so genannte Kommandantur auf der Schlossinsel für zunächst zwei Jahre angemietet. Zwar soll das Haus, in dem Grisebach bisher sein Büro hat, nicht abgerissen werden. Die bevorstehenden Abbrucharbeiten auf den beiden benachbarten Theatergrundstücken werden das Gebäude aber so stark in Mitleidenschaft ziehen, dass es nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht mehr nutzbar ist.

Der bereits mehrfach verschobene Abriss des einsturzgefährdeten Stadttheaters und des angrenzenden Foyers soll noch in diesem Herbst beginnen, heißt es im Rathaus. Schon im kommenden Januar wird dann von dem Gebäudeensemble nur noch die Fassade mit dem Haupteingang stehen.

Die Schleswiger Ratsausschüsse haben zwar am Dienstag ihr Okay dafür gegeben, mit der Planung für einen Theater-Neubau an derselben Stelle zu beginnen, Grisebach glaubt aber nicht an eine Rückkehr in den Lollfuß in absehbarer Zeit. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich das in meiner Amtszeit erleben werde, ist gleich Null.“ Der Vertrag des Generalintendanten läuft noch bis 2020.

Er bekräftigte gestern noch einmal, was er schon während der Debatte um den schließlich gescheiterten Theaterneubau auf dem Hesterberg betont hatte: „Bis 2017 brauche ich eine neue Spielstätte, länger lassen sich die Einnahme-Ausfälle nicht kompensieren.“ Es sei ausgeschlossen, dass das neue Lollfuß-Theater in so kurzer Zeit eröffnet werden könne. Grisebach lässt keinen Zweifel daran, dass er die Zukunft des Landestheaters eher außerhalb Schleswigs sieht. „Es kann sein, dass im Lollfuß eines Tages wieder ein schönes Theater steht, das vom Publikum auch angenommen wird, aber es wird nicht mehr die Heimat des Landestheaters sein, wie wir es jetzt haben.“

Nach dem Umzug auf die Schlossinsel wird das Landestheater in Schleswig auf sieben verschiedene Standorte verteilt sein. Einige Werkstätten und Büros befinden sich im ehemaligen dänischen Freizeitheim an der Schleistraße. Das Archiv ist im Dachgeschoss der Seniorenbegegnungsstätte in der Langen Straße untergebracht. Der Kostümfundus lagert in einer alten Gärtnerei, die Dekorationen auf einem Grundstück unweit des Busdorfer Gewerbegebietes Wikingerland. Die Probebühne ist seit einem Jahr im ehemaligen Volkskundemuseum auf dem Hesterberg. Der Mietvertrag läuft im Sommer aus, Grisebach hofft, ihn verlängern zu können. Das Slesvighus als Spielstätte steht dem Landestheater noch für mindestens zwei Jahre zur Verfügung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen