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Schleswiger Nachrichten

19. Oktober 2017 | 06:37 Uhr

Schleswig : Theaterfreunde hoffen auf Happy End

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vereinsmitglieder ließen sich von Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs und Architekt Peter Paustian über Neubau-Pläne informieren

von
erstellt am 24.Feb.2017 | 06:32 Uhr

Der Blick in die Zukunft begann mit einer kleinen Reise in die Vergangenheit. Das Ringen um den Neubau des Theaters erinnere an eine unendliche Geschichte, eine Fernsehserie, die schon lange läuft und bei der kein Schlussakt absehbar ist, sagte Antje Wendt, die Vorsitzende der Theaterfreunde Schleswig, zur Begrüßung. Der Verein hatte seine Mitglieder und Interessierte am Mittwoch zu einem Infoabend rund um das Thema Theaterneubau in den Sitzungssaal der Stadtwerke eingeladen – und war dabei auf offene Ohren gestoßen. Denn fast 100 Zuhörer wollten aus erster Hand erfahren, wie der Stand der Dinge ist.

Dass die Geduld der Fördervereins-Mitglieder längst überstrapaziert ist, machte Wendt in ihrer Begrüßungsansprache stellvertretend für die vielen Gäste noch einmal deutlich: „Diese Geschichte bietet tatsächlich alle Zutaten, die eine TV-Serie braucht“, fuhr sie fort: dramatische und bewegende Momente, Hoffnungen und Enttäuschungen, immer neue Wendungen, Wechsel der Hauptdarsteller und vieles mehr. „Jetzt hoffen wir, dass es endlich ein Happy End gibt“, sagte Wendt und fügte an: „Daran glaube ich aber erst, wenn der Bürgermeister, Generalintendant Peter Grisebach und Wolfgang Schoofs auf der Freiheit stehen und gemeinsam den ersten Spatenstich vornehmen.“

Der letztgenannte Stadtwerke-Geschäftsführer, der – wie er betonte – selbst Mitglied der Theaterfreunde ist, erläuterte im Anschluss gemeinsam mit dem Schleswiger Architekten Peter Paustian, wie man sich den Neubau neben der „Heimat“ vorstellt. Diese hatten die Stadtwerke 2015 von Team Vivendi gekauft – in der Absicht, sie zu einem Theater umzubauen. Inzwischen gehen die Pläne aber dahin, direkt neben dem ehemaligen Bundeswehr-Mannschaftsheim einen Neubau zu realisieren (wir berichteten). „Wir alle müssen uns auf diesen neuen Standort am Rande der Stadt einstellen. Aber ich bin mir sicher, dass sich die Freiheit – wenn denn die Stadt das Heft in die Hand nimmt – gut entwickeln wird. Man muss auch mal zehn Jahre weiterdenken“, sagte Schoofs. Gleichzeitig betonte er mehrfach, dass man bei den Neubauplänen keine großen Experimente wagen oder viele Extras verlangen könne. „Wir haben eine Baukostenobergrenze von etwa 9,5 Millionen Euro. An die wollen und werden wir uns halten“, sagte er. Zwar seien die Pläne von Peter Paustian bislang nur eine Entwurfskizze. „Und wenn wir das Geld zusammen haben, wird es auch noch eine Ausschreibung geben“, erklärte Schoofs. Ein aufwendiger Bühnenturm, wie ihn einige Zuschauer forderten, sei aber so oder so nicht drin. Stattdessen müsse man in diesem wie in anderen Punkten Kompromisse eingehen. Und wenn doch Extras gewünscht sein sollten, dann hoffe er auf das Engagement der rund 400 Theaterfreunde. „Vielleicht könnte man für die Bestuhlung der 450 Plätze private Sponsoren gewinnen, die mit einer kleinen Plakette namentlich darauf verewigt werden“, sagte er. Auch bei der Landesgartenschau 2008 habe man die Bevölkerung gewinnen können und eine echte Euphorie ausgelöst. „Vielleicht gelingt uns das noch einmal.“

Die Zuschauer hatten indes zahlreiche Fragen. Was etwa passiere, wenn im Theater und der „Heimat“ gleichzeitig Veranstaltungen stattfinden? Ob dann die Garderobe und die geplanten 250 Parkplätze ausreichen? „Wenn ich mir jetzt schon diese Sorgen machen müsste, wäre ich froh“, konterte Schoofs, der am Ende noch einen Auftrag von Antje Wendt mit auf den Weg bekam. Der bisherige Name „Kulturhaus Schleswig“ gefalle ihr nicht. „Da wünsche ich mir etwas anderes, was mindestens so schön klingt wie Elbphilharmonie.“

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