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Prioritäten gesetzt : Theaterabriss statt Schulsanierung

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadtverwaltung will zuerst das marode Gebäude am Lollfuß abreißen und die Renovierungen an den Schulen auf das nächste Jahr verschieben.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 08:00 Uhr

Die Sanierungsprojekte an Schleswigs Schulen werden in die Warteschleife geschickt. Eigentlich sollten an der Bruno-Lorenzen-Schule vier Klassenräume und an der Dannewerkschule zwei von Grund auf saniert werden, die Schule Nord sollte einen EDV-Raum erhalten, an der Bugenhagenschule waren neue Türen und ebenfalls Klassenrenovierungen vorgesehen, an der Lornsenschule stand die Fassadensanierung des Altbaus an, und an der Domschule wie auch an der Gallbergschule waren Bodenbelags- und Anstricharbeiten nötig. Doch all die dringlichen Renovierungsarbeiten werden nun auf das kommende Jahr verschoben. Der Grund: Das Geld, das für die Schulsanierungen für 2013 gedacht war, soll jetzt stattdessen mit in den Abriss des Theaters am Lollfuß fließen. Das bestätigte gestern auf SN-Nachfrage Stadtsprecherin Dr. Antje Wendt.

Wenn die Akustik im Klassenraum nicht stimmt, wenn es also rundherum laut ist, fällt den Kindern das Lernen und den Lehrern das Unterrichten schwerer, als es sein müsste. Denn ist der Lärmpegel erstmal angestiegen, legt jeder noch ein paar Dezibel zu, um sich verständlich zu machen. Und so tritt neben Lärmstress eine allgemeine Gleichgültigkeit ein – gegenüber dem Lehrer, gegenüber dem Unterrichtsstoff. Wie es anders gehen kann, erlebt die Klasse 8d in der Bruno-Lorenzen-Gemeinschaftsschule. Als wir gestern gemeinsam mit Schulleiter Siegfried Puschmann die Tür zu deren Klassenzimmer öffnen, herrscht dort ein angenehm ruhiges Lernklima. Die Schüler erklären uns, dass der Unterricht in ihrem neuen Klassenzimmer „viel mehr Spaß macht, weil man sich einfach besser konzentrieren kann“. Ihr Klassenraum war von Grund auf saniert worden, hatte neben einem hellen Fußboden auch eine neue Decke erhalten – alles Lärmschutz gedämmt und in freundlichen Farben.

Gleich nebenan, im Erdgeschoss der Bruno-Lorenzen-Schule, das Gegenteil: Fünf nicht sanierte Klassenräume, sozusagen im Retro-Look. Seit dem Bau der Schule Anfang der 1950er Jahre hat sich hier nichts verändert. Das heißt: Bodenfliesen, Decke, Heizungskörper und sogar die Gardinen befinden sich im Originalzustand von vor 60 Jahren. „Eltern unserer neuen Fünftklässler waren regelrecht entsetzt, als sie die alten Klassenräume sahen“, sagt Puschmann.

Im Rathaus zuständig für Schulsanierungen ist Justus Richardsen (Sachgebiet Hochbau). Er verweist auf den durchweg alten, teilweise denkmalgeschützten Gebäudebestand, den die Stadt zu unterhalten hat. Auf Richardsens To-do-Liste der Sanierungsfälle steht an oberster Stelle die Bruno-Lorenzen-Schule, dann Bugenhagen- und Lornsenschule sowie Domschule. In gleicher Priorität folgen die Schule Nord sowie Wilhelminen- und Gallbergschule.

In Sicht ist bereits ein neuer Fall: Die 700 Schüler starke Bruno-Lorenzen-Schule braucht demnächst ein neues Dach. Das alte hat mehr als 60 Jahre gedient. Jetzt weist die Decke an der Aula Regenflecken auf.

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