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Übergangsspielstätte in Schleswig : Theater weiter im Slesvighus?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der SSF kommt der Stadt beim Thema Miete entgegen – SPD und SSW verabschieden sich deshalb von der Zeltlösung.

von
erstellt am 16.Mai.2016 | 07:32 Uhr

Nächster Akt in der endlosen Theaterdebatte: Generalintendant Peter Grisebach wird mit seinem Landestheater nun wohl doch das Slesvighus zwei weitere Jahre als Interimsspielstätte nutzen können. Hintergrund ist, dass der Sydslesvigsk Forening (SSF) als Eigentümer der Immobilie seine Mietvorstellungen von 300  000 auf 200  000 Euro pro Jahr gesenkt hat. „Der SSF ist uns entgegengekommen. Ich glaube, wir werden uns einig“, sagte SSW-Ratsfraktionschef Harry Heide gestern am Rande der Verhandlungen mit dem dänischen Kulturverein.

Damit könnte sich die Zeltlösung erübrigt haben – auch für Varieté-Betreiber Mario Hoff. Der wird nun möglicherweise auf eine Fahrzeughalle auf dem Gelände der Stadtwerke ausweichen müssen, während das „Heimat“-Gebäude auf der Freiheit zum neuen Kulturhaus der Stadt umgebaut wird.

Der Reihe nach: Noch Anfang April hatte sich der „Lenkungskreis Kulturhaus“ dafür ausgesprochen, für die zweijährige Umbauzeit ab 2017 ein großes Theaterzelt anzumieten. Darin, so die Vorstellung, könnten sowohl Hoff als auch Grisebach mit ihren Programmen spielen. Doch während der „Heimat“-Macher die Zeltlösung als „große Chance“ sieht, kommt diese für den Generalintendanten nicht in Frage. Klassisches Theater in einem Zelt funktioniere nicht, argumentiert Grisebach (wir berichteten).

Durch das Einlenken des SSF haben SPD und SSW nun wenige Tage vor der entscheidenden Sondersitzung der Ratsversammlung am kommenden Dienstag (17 Uhr) eine Kehrtwende vollzogen. Man müsse zum ursprünglichen Angebot stehen, sagte SPD-Ratsherr und Bürgervorsteher Eckhard Haeger. Die Stadt hatte dem SSF für die Verlängerung des Mitte 2017 auslaufenden Pachtvertrags 200  000 Euro pro Jahr offeriert. Dieses Angebot hatte der SSF seinerzeit noch ausgeschlagen. Haeger stellte jetzt klar: „Es ist nun einmal so, dass Herr Grisebach nicht im Zelt spielen möchte.“ Und die Stadt sei laut Gesellschaftervertrag verpflichtet, dem Landestheater eine Spielstätte zur Verfügung zu stellen. Wichtig sei aber auch, dass Mario Hoff weiterspielen könne.

Da ein Theaterzelt inklusive Backstage-Bereich weitere 200  000 Euro kosten würde, ist diese Variante offenbar vom Tisch. Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs, dessen Kommunalbetriebe das „Heimat“-Gebäude für die Stadt gekauft hat, präsentierte eine Alternative: Er schlug für die „Heimat“ als Ausweichstätte eine 40 mal 15 Meter große Fahrzeughalle vor, die in diesem Jahr auf dem Stadtwerke-Areal gebaut werden soll und die für geringes Geld vermietet werden könnte. Schoofs: „Die ‚Heimat‘ in der Halle zu etablieren, kriegen wir hin.“

Mario Hoff hatte gestern Mühe, seinen Ärger über die Entwicklung zu verbergen. Fürs kommende Jahr habe er bereits 50 zum Teil hochkarätige Produktionen gebucht. Es sei fraglich, ob für manche Stars die Kapazitäten in der Halle ausreichten, so Hoff. Und auch von der CDU kommt Kritik – vor allem an Landestheater-Chef Grisebach. „Das Landestheater könnte auch im Zelt spielen“, findet Fraktionschef Holger Ley. Andere Theater würden das auch tun. Sein Kollege Johannes Thaysen von den Grünen hielt sich gestern noch bedeckt: „Wir bevorzugen eine genaue Prüfung aller Optionen und keine Schnellschüsse“, sagte er.

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