Kommentar : Theater in Schleswig: Neue Chance für den Lollfuß

Das  Stadttheater am Lollfuß ist seit Sommer 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt und soll in diesem Jahr abgerissen werden.
Das Stadttheater am Lollfuß ist seit Sommer 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Der Schleswiger Rat sagt Nein zum Theater auf dem Hesterberg. Dürfen 13 Kommunalpolitiker mit ihrem Nein das ganze Landestheater in Gefahr bringen? Ja, sie dürfen. Ein Kommentar von Alf Clasen.

shz.de von
28. Februar 2014, 13:59 Uhr

Wieder keine Mehrheit für den Hesterberg als Theaterstandort. „Provinzposse“, „Trauerspiel“, wird das Publikum speziell von außerhalb der Stadtmauern den Ratsmitgliedern zurufen. Dürfen 13 Kommunalpolitiker, die das Angebot von Kulturministerin Anke Spoorendonk ausgeschlagen haben, mit ihrem Nein das ganze Landestheater in Gefahr bringen? Ja, sie dürfen. Weil die Standortfrage in erster Linie eine städtische Angelegenheit ist und weil es für das klamme Schleswig um verdammt viel Geld geht. Die Kosten für den Hesterberg jedenfalls sind trotz aller Kalkulationen nur bedingt abzuschätzen.

Jetzt gilt es, die ganze Kraft in eine mögliche Sanierung des alten Bühnenhauses im Lollfuß zu stecken. So wie es die meisten Bürger wollen. Ob und mit wie viel Millionen das traditionsreiche Gebäude zu retten ist, das dürfte von Experten in wenigen Wochen zu ermitteln sein. Wer will, dass Schleswig Theaterstandort bleibt – und dazu sollte auch die Kulturministerin gehören –, muss sich diese Zeit nehmen. Das Hesterberg-Konzept kann solange als Plan B in der Schublade bleiben.

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