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Schleswiger Nachrichten

26. September 2017 | 18:36 Uhr

Schleswig : Theater darf im Slesvighus bleiben

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der SSF macht den Weg für Verhandlungen um neuen Mietvertrag frei. Generalintendant Grisebach hofft auf Verlängerung über 2019 hinaus.

von
erstellt am 05.Jun.2015 | 08:40 Uhr

Die Zukunft Schleswigs als Theaterstandort ist weiterhin ungewiss. Für die kommenden Jahre gibt es jetzt jedoch ein Stück Planungssicherheit: Das Slesvighus kann über das nächste Jahr hinaus Spielstätte für das Landestheater bleiben. Der dänische Kulturverein SSF als Eigentümer der Immobilie ist bereit, den Saal weiterhin an die Stadt Schleswig zu vermieten. „Wir werden in Kürze konkrete Verhandlungen aufnehmen“, sagte der SSF-Kreisvorsitzende Franz Dittrich gegenüber den SN.

Bürgermeister Arthur Christiansen wollte mit dieser Nachricht gestern Abend in den nichtöffentlichen Teil des Kulturausschusses gehen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Die Stadt ist als Gesellschafter des Landestheaters noch bis 2019 vertraglich verpflichtet, eine Spielstätte zur Verfügung zu stellen. Ob der Vertrag mit dem SSF nun um drei Jahre bis zu diesem Datum verlängert wird oder sogar noch länger, ist offen. „Darüber werden wir reden“, sagt Dittrich.

Gut möglich also, dass sich das Theater langfristig im Slesvighus einrichtet. Die Debatte um den Neubau einer Spielstätte würde dann etwas an Brisanz verlieren. Landestheater-Generalintendant Peter Grisebach jedenfalls stellt sich darauf ein, zu bleiben. „Ich hoffe, dass es über 2019 hinaus im Slesvighus weitergeht. Bisher war es für uns eine Ersatzspielstätte. Das könnte sich nun ändern.“ Innerhalb der Landestheater GmbH bestehe Einigkeit, dass man in Schleswig gern dauerhaft Schauspiel-Produktionen anbieten möchte. „Ich kann mit dem Ensemble und der Verwaltung nach Rendsburg umziehen, aber nicht mit den 24  000 Besuchern, die wir hier jährlich haben.“ Es gebe zwar im Gebiet, das vom Landestheater bespielt wird, „auch Säle, die atmosphärisch dichter sind“, insgesamt sei man, was die Spielstätten angeht, aber keinesfalls verwöhnt. „Wenn wir vor 300 Besuchern im ausverkauften Slesvighus eine Premiere feiern, ist das eine wunderbare Sache“, findet Grisebach.

Innerhalb des SSF war die Vermietung des Saals nicht ganz unumstritten. Insbesondere im Schleswiger SSF-Kreisverband hatten sich manche Mitglieder gewünscht, ihn mehr für eigene Veranstaltungen nutzen zu können. „Wir werden jetzt bei den Verhandlungen sehen, was da möglich ist“, sagt Franz Dittrich.

Die Stadt zahlt dem SSF bisher jährlich 175  000 Euro Miete. Als das Stadttheater 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt werden musste, hatte der SSF gerade beschlossen, das seit zwölf Jahren leer stehende Slesvighus nicht abzureißen, sondern zu sanieren und für die verschiedenen Einrichtungen der dänischen Minderheit zu nutzen. Die Stadt Schleswig zahlte seinerzeit die Saalmiete für drei Jahre im Voraus und leistete damit einen Beitrag zu den Renovierungskosten.

Die oberen Stockwerke des einstigen Hotels sind noch immer weitgehend ungenutzt. Die dauerhafte Vermietung des Saals könnte dazu beitragen, die Sanierung fortzusetzen. „Uns geht es bei der Entscheidung für das Theater aber in erster Linie darum, unserer Verantwortung gegenüber der Mehrheitsbevölkerung und auch gegenüber unseren Mitgliedern, die ins Theater gehen, gerecht zu werden“, sagt der Flensburger SSF-Sprecher Bernd Engelbrecht.

 

 

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