Schleswig : Taxiunternehmer warten auf Tarifumstellung

Trotz neuer Tarife kann man in Schleswig weiter zu den alten Preisen mit dem Taxi fahren.
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Trotz neuer Tarife kann man in Schleswig weiter zu den alten Preisen mit dem Taxi fahren.

Wegen des Mindestlohns sollten die Taxigebühren in Schleswig zum Jahresbeginn eigentlich steigen. Aber das geht nicht so schnell.

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08. Januar 2015, 07:45 Uhr

Seit 1. Januar gilt der gesetzliche Mindestlohn – und einhergehend damit eigentlich auch ein neuer Taxitarif für Schleswig und den Kreis Schleswig-Flensburg: 1,75 statt bislang 1,50 Euro pro Kilometer. Allerdings fahren die Kunden bislang noch immer für den alten Preis. Denn die Taxameter in den Autos sind noch nicht auf die geänderten Tarife umgestellt worden.

Das Problem, so betonen die beiden Schleswiger Taxiunternehmer Marcel Marzenke (Taxi Evers/Möller) und Sönke Kortum, ist die noch immer ausstehende Eichung der Instrumente. Die muss die Eichdirektion Nord in Kiel vornehmen. Wann das geschieht, steht bislang allerdings noch in den Sternen. „Das ist natürlich alles andere als schön, zumal uns dabei einiges an Geld flöten geht. Aber ein Stück weit haben wir selbst Schuld“, sagt Kortum. Mit „wir“ meint er den Landesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes. Der hatte, nachdem die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi über einen Mindestlohntarifvertrag im deutschen Taxigewerbe gescheitert waren, erst Ende September 2014 seine Mitglieder aufgefordert, sich zum Thema Tarifanpassung zu äußern. Das wiederum hatte zur Folge, dass der zuständige Kreistag erst am 17. Dezember die neue Preisstruktur durchgewinkt hat. „Auch wenn man beim Eichamt nicht gerade schnell handelt, ist insgesamt doch viel Zeit verschwendet worden“, sagt Kortum, der damit rechnet, dass sämtliche Taxameter bis spätestens Ende des Monats umgestellt sein werden.

Das hofft auch Marcel Marzenke: „Denn der Januar ist sowieso schon mau für uns. Da müssen die Leute ihre Versicherungen zahlen und haben gerade erst die Weihnachtsgeschenke gekauft.“ 20  000 Euro Personalkosten zusätzlich pro Monat zahle er seinen 26 fest angestellten Fahrern und 24 Aushilfen seit der Umstellung auf den Mindestlohn. „Das muss ich leider auf die Kunden weiterleiten. Anders geht es nicht“, sagt Marzenke.

Rund 50 Taxis gibt es in Schleswig. Sie alle müssen, wenn das Amt endlich grünes Licht gibt, mit einer neuen Software für ihre Taxameter ausgerüstet werden. Danach muss jeder einzelne Wagen zusätzlich noch zur Überprüfung zur Eichdirektion nach Kiel fahren.

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