„Norden“-Festival : Tango tanzen wie die Finnen

Während Tanzlehrerin Leena Erholtz und ihr Mann Mika Lustig noch im Regen die Einführung machten...
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Während Tanzlehrerin Leena Erholtz und ihr Mann Mika Lustig noch im Regen die Einführung machten...

Am Sonnabend konnten die Besucher auf den Königswiesen unter Anleitung über das Freiluft-Parkett schweben.

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09. September 2018, 18:41 Uhr

Die finnische Version des Tangos, der Fintango, ist einer der beliebtesten Tänze in dem skandinavischen Land. Jetzt durften ihn auch die Schleswiger kennenlernen. Im Rahmen des „Norden“-Kultur-Festivals auf den Königswiesen waren Leena Erholtz und Mika Lustig, die beide schon knapp 20 Jahre Tanzerfahrung haben, am Sonnabend auf dem „Theaterdeck“ zu Gast und haben den Besuchern den Tanz ihrer Heimat beigebracht. Und zwar unter freiem Himmel.

Leena Erholtz spricht neben Finnisch auch Deutsch und Mika Lustig Englisch, sodass die zahlreichen interessierten Tanzschüler die Anweisungen gut verstehen und – mit Erfolg – umsetzen konnten. Geübt wurden zunächst die Einzelschritte getrennt und dann als Paar mit Musik. Nach jedem Lied kam eine neue Tanzfigur dazu.

„Wir sind schon seit fünf Jahren in Deutschland unterwegs mit unseren Kursen“, erklärte Leena Erholtz. Sie kam 1988 im Rahmen eines Praktikums das erste Mal nach Deutschland und war sofort begeistert vom Land und den Menschen. „Die Deutschen sind alle so motiviert, wenn es um den Tango geht. Das ist schön“, sagte sie.

Es ginge bei den Kursen einfach darum, die Menschen in Bewegung zu bringen. Dabei sei es immer wieder überraschend, wie viel manch Teilnehmer in einer knappen Stunde lernen kann. „Außerdem gefallen mir Freiluftveranstaltungen sehr gut. Das ist alles so locker und gemütlich, wir wollen ja vermitteln, dass Tanzen etwas für jeden ist“, sagte Erholtz. In Schleswig waren die beiden zum ersten Mal. Und es war für sie auch nur eine kurze Stippvisite. „Wir tanzen und unterrichten ja nur als Hobby und Nebenjob. Am Montag müssen wir wieder arbeiten. Auch wenn wir gerne mehr Zeit gehabt hätten, um uns die Stadt anzuschauen“, sagte sie.

Dass Tanzen genau ihr Ding ist, merkt man den beiden sofort an. Und so haben die Finnen durch ihre Auftritte in Deutschland sogar schon echte Fans gewonnen. Almut Schladebach und ihr Mann Jörg Wowereit aus Hamburg etwa sind seit einer Veranstaltung in der Hansestadt vor fünf Jahren begeistert vom Fintango und den beiden Lehrern. „Wir reisen Leena und Mika sozusagen hinterher. Deshalb sind wir heute hier“, erzählte Almut Schladebach. Sie und ihr Mann tanzen inzwischen auch regelmäßig im Verein. Es sei einfach eine tolle Atmosphäre, die der Tan z vermittle. „Es ist alles ein bisschen bodenständiger und entspannter als beim klassischen Tango.“ Auch die Musik habe es ihnen angetan. „Heute habe ich meinen Mann sogar ausgeliehen, weil ja bei den Tanzkursen immer ein bisschen Männermangel herrscht“, lachte sie.

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