Schleswig : Tage der Begegnung

Ein engagiertes, bunt gemischtes Team: Awo-Chefin Maren Kroban (l.) mit der Landtagsabgeordneten Birte Pauls (3.v.l.) und vielen weiteren Akteuren der Interkulturellen Wochen.
Ein engagiertes, bunt gemischtes Team: Awo-Chefin Maren Kroban (l.) mit der Landtagsabgeordneten Birte Pauls (3.v.l.) und vielen weiteren Akteuren der Interkulturellen Wochen.

Über ein Dutzend Initiativen und Organisationen sind bei den Interkulturellen Wochen dabei / Start am kommenden Sonnabend

shz.de von
10. September 2018, 18:43 Uhr

Da war diese ältere Dame, erinnert sich Birte Pauls. „Ich habe Angst“, sagte sie zu der SPD-Landtagsabgeordneten, „Angst, diesen fremden Menschen zu begegnen, ich kenne deren Kultur und Sprache nicht. Ich habe auch keine Begegnungspunkte mit denen.“ Genau hier setzen die Interkulturellen Wochen an, die am kommenden Sonnabend beginnen und bis Ende des Monats ein Dutzend höchst unterschiedlicher Veranstaltungen auftischen. Allen gemein ist: Sie schaffen Begegnungen, auch für Menschen wie die ängstliche ältere Dame.

Die IKW, wie sie von allen Beteiligten nur bezeichnet werden, sind ein Gemeinschaftswerk vieler Akteure, haupt- wie ehrenamtlichen. „Wir können richtig stolz sein auf Schleswig, so etwas zu haben“, lobt Birte Pauls, die die Schirmherrschaft übernommen hat.

Begegnen kann man sich zum Beispiel am Sonnabend, 15.9. (14 bis 17 Uhr) beim Interkulturellen Sommerfest auf dem Gelände der Awo an der Bahnhofstraße. Geschäftsführerin Maren Korban hofft auf gutes Wetter, „ansonsten gehen wir eben rein.“

Laut loslegen statt lautlos sein – das wollen die Initiatorinnen mit ihrem „Tag der Demokratie“ am Sonnabend, 15. September, von 17.30 bis 22 Uhr auf dem Capitolplatz. Für die Lautstärke sorgen junge Bands, doch es soll auch über Demokratie und Vorurteile geredet werden. Vorgestellt wird dann auch ein besonderes Fortbildungsprogramm, bei dem Multiplikatoren zu „Stammtisch-Kämpfern“ ausgebildet werden sollen.

Gerade erst bei der Berlinale mit dem Amnesty-Filmpreis ausgezeichnet, kommt der Film „Zentralflughafen THF“ über den Aufenthalt zweier junger Flüchtlinge im Herbst 2015 in den Hangars von Tempelhof ins Capitol-Kino. Der Eintritt ist frei am Sonntag um 11 Uhr, Veranstalter sind die Schleswiger Amnesty-Gruppe und der Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werks.

Ein ganz anderer Film ist die Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“, doch auch sie hat mit Migration und Ankommen zu tun. Zu der Vorführung des Schleswiger Frauenzentrums am 26. September im Capitol sind allerdings nur Frauen eingeladen.

Hoch her wird es vermutlich am 26. September beim Interkulturellen Kochduell im Wirtschaftszentrum Handwerk plus, Bismarckstraße 12b, gehen. Dann kochen die Kursteilnehmer, die aus etlichen Ländern stammen, mit Zutaten und Rezepten aus ihren Herkunftsländern um die Wette. Wer neugierig ist, darf kommen und probieren.

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