Hitze in Schleswig : Täglich 30 000 Liter für die Pflanzen

Alan Krebs ist täglich mit seinem 2  000 Liter Wassertank im Einsatz, damit die Pflanzen ihre Köpfe nicht hängen lassen.
Alan Krebs ist täglich mit seinem 2 000 Liter Wassertank im Einsatz, damit die Pflanzen ihre Köpfe nicht hängen lassen.

Wegen der anhaltenden Trockenheit haben die Umweltdienste der Stadtwerke alle Hände voll zu tun.

shz.de von
03. August 2018, 07:00 Uhr

Seit Wochen nimmt die Hitze kein Ende – und das spüren nicht nur die Menschen, sondern auch besonders die Pflanzen: Bäume wie Blumen gleichermaßen. Die Stadtwerke Schleswig sind zurzeit täglich mit acht Mitarbeitern im Einsatz, um eines zu tun: bewässern und so die Schäden so gering wie möglich zu halten. „Das gilt besonders für etwa 650 Jungbäume“, sagt Arne Kähler, Leiter der Umweltdienste der Stadtwerke. Dazu kommen noch die Blumenbeete. All diese Pflanzen gehören der Stadt, die Stadtwerke sind als Dienstleister im Gieß-Einsatz.

Etwa 30 000 Liter Wasser am Tag werden dafür verwendet. Die Mitarbeiter sind mit großen Tanks unterwegs, die zwischen 1000 und 4000 Liter fassen. „Wir haben Glück, dass es zwischendurch auch mal einen Schauer gibt“, erzählt Kähler. Doch hier besteht das Problem, dass durch die starke Trockenheit das meiste Wasser abschwemmt und nicht in den Boden einzieht, sodass die Bäume darauf gar nicht zugreifen können.

Die Böden sind bis zu 60 Zentimeter Tiefe ausgetrocknet, die Wurzeln der Jungbäume reichen jedoch noch gar nicht tief genug, um das Wasser aus den feuchten Erdschichten zu bekommen. Besonders schlimm sei es auf den Königswiesen, da der Boden dort durch seinen hohen Sandgehalt das Wasser kaum halten kann und er schnell vertrocknet. Lehm und Tonböden können Wasser besser halten. Als weitere Hilfe wurden an den Bäumen sogenannte Wassersäcke angebracht, die mit Tröpfchenbewässerung über zwei Tage hinweg Wasser liefern.

Ob es dennoch Verluste gibt, könne man, so Kähler, erst nächstes Jahr sagen. Wie man aber gut sehen kann, sind derzeit schon einige Bäume dabei, ihr Laub abzuwerfen, als wäre es bereits Herbst. „Die Bäume in den Städten sind besonders wichtig“, sagt Kähler und erklärt, dass sie durch die Photosynthese einen Einfluss auf das Klima haben. Neben dem Verhindern der Hitzeentwicklung und einer damit einhergehenden Kühlfunktion filtern sie auch den Feinstaub aus der Luft, was besonders bei der hohen Belastung in den Städten eine wichtige Hilfe ist. Nachpflanzen wäre sehr teuer und daher gebe das Team sein Bestes, um die Schäden trotz der anhaltenden Trockenheit und wenig Regen zu minimieren. Es gehe ja auch um das äußere Erscheinungsbild der Stadt, so Kähler weiter.

Die beste Zeit zum Gießen sei möglichst morgens oder abends, wenn die Hitze nicht ganz so stark ist, aber das sei für die Mitarbeiter nicht immer machbar. Diese sind also auch tagsüber unterwegs. Dieses Jahr sei einfach besonders extrem, was die Trockenheit betrifft.

Und wie sieht es mit dem Bewässern auf privaten Grundstücken aus? „Viele Leute gießen ihre Bäume nicht selber“, weiß Kähler und weist nochmals auf die Bedeutung der Pflanzen hin.

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