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Luftwaffengeschwader aus Jagel : Syrien-Einsatz: Bundestag stimmt ab, Soldaten in SH sind startklar

vom

Stimmt der Bundestag dem Einsatz zu, werden Soldaten aus Jagel nächste Woche in die Türkei fliegen.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 07:23 Uhr

Jagel | Drei Wochen nach den Terroranschlägen von Paris entscheidet der Bundestag am Freitag über einen Militäreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Bis zu 1200 Soldaten sollen zunächst bis Ende 2016 mit Aufklärungsflügen und einer Fregatte die internationale Koalition im Kampf gegen den IS-Terror unterstützen – darunter sind auch Soldaten aus Jagel im Kreis Schleswig-Flensburg.

Der Einsatz gilt als eine der heikelsten Mission in der Geschichte der Bundeswehr. Die Opposition bemängelt, es fehle eine eindeutige Strategie.

Beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 im schleswig-holsteinischen Jagel laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Stimmt nach der Bundesregierung auch der Bundestag dem Einsatz am Freitag zu, sollen die ersten Maschinen aus dem Norden bereits in der kommenden Woche in die Türkei fliegen.

Die eigentlichen Aufklärungsflüge selbst sind aber erst ab Januar geplant. Die deutschen Piloten sollen Nationen, die Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen fliegen, damit unterstützen. Sechs „Tornados“ werden dafür benötigt. Zum Luftwaffengeschwader „Immelmann“ in Jagel gehören 23 Maschinen. Mindestens vier von ihnen sollen in Syrien zum Einsatz kommen. Ob auch auf dem rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel stationierte „Tornado“-Kampfjets der deutschen Luftwaffe am geplanten Syrien-Einsatz teilnehmen, steht noch nicht fest.

Eine Mehrheit der schwarz-roten Koalition für die Entsendung von maximal 1200 Soldaten gilt als sicher. Grüne und Linke werfen der Großen Koalition vor, sie gingen überstürzt und ohne schlüssige Gesamtstrategie ein unkalkulierbares Risiko ein. Die Grünen wollen einen Beschluss des Bundestages über den Syrien-Einsatz verhindern, weil nur wenige Tage seit der Einbringung des Gesetzes verstrichen sind. Aller Voraussicht nach wird die Mehrheit von Union und SPD den Antrag aber dennoch auf die Tagesordnung setzen.

Nach einem Ministeriumsbericht sind bei der Luftwaffe von 93 angeschafften „Tornados“ derzeit 66 in Betrieb. Davon wiederum sind nur 29 einsatzbereit. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht wegen der kleinen Zahl aber keine Probleme für die Mission. Sie spricht allerdings von einem „gefährlichen Einsatz“. Er solle ein „Signal an die Menschen in Syrien“ senden Den Begriff „Krieg“ vermeidet die Bundesregierung aber.

Das Einsatzgebiet der Bundeswehr ist neben Syrien und dem Irak auch das östliche Mittelmeer, das Rote Meer, der Persische Golf sowie „angrenzende Seegebiete“. Es sollen immer nur zwei Maschinen in der Luft sein. Die Luftwaffe selbst will am Freitag in Jagel über ihre Vorbereitungen für den Syrien-Einsatz informieren.

Nach der Terrorserie in Paris mit 130 Toten hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Frankreich „jedwede Unterstützung“ zugesagt. Präsident François Hollande hatte sich ein stärkeres Engagement Deutschlands gewünscht und um Beistand auf der Grundlage des EU-Vertrages gebeten. Die IS-Miliz, die weite Landstriche in Syrien und im Irak beherrscht, hatte sich zu den Attacken in Paris bekannt.

 

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