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Schleswiger Stadtfest : Swinging City darf nicht mehr „Swinging City“ heißen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Veranstalter Ingo Harder kann sich nicht mit den Inhabern der Namensrechte einigen – und tauft das Schleswiger Stadtfest um.

Erst musste er den Termin verschieben, jetzt braucht er auch noch einen neuen Namen für die „Swinging City“. Es läuft nicht alles glatt bei Ingo Harders Vorhaben, Schleswigs traditionsreiches Stadtfest in diesem Sommer wieder aufleben zu lassen. In der vergangenen Woche hat der hemdsärmelige Unternehmer Kontakt aufgenommen zu den beiden Männern, die das Fest in den Jahren 2010 und 2011 organisiert hatten: Ronald Carius und Wolfgang Tries. Sie hatten sich damals die Namensrechte an der „Swinging City“ schützen lassen. Und so einfach, wie Harder es sich gewünscht hatte, wollen sie ihm diese Rechte nicht überlassen. Harder sagt, einer der beiden Rechteinhaber verlange 5000 Euro für den Namen. Carius und Tries bestreiten diese Summe und wollen sich zu Einzelheiten nicht äußern. Sie reagieren überrascht, dass Harder mit dem Thema an die Öffentlichkeit geht, anstatt weitere Gespräche mit ihnen zu führen.

Für Harder aber ist die Sache offenbar erledigt. Er hat sich bereits einen neuen Namen für das Stadtfest überlegt: „Schleswig swingt“. Das ist eine Lösung, mit der auch Carius gut leben kann. „Die Swinging City, wie sie früher war, gibt es doch sowieso nicht mehr“, sagt er und erinnert daran, dass Harder am 31. Juli und 1. August nur einen relativ kleinen Teil der Ladenstraße mit Leben füllen will – vom Capitolplatz bis zum Kornmarkt. „Wir haben selbst dafür bezahlt, die Rechte zu sichern“, erklärt Carius. „Außerdem sind wir auf Verlusten sitzen geblieben, nachdem wir die Swinging City veranstaltet haben.“

Bis 2009 hatte die Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) die „Swinging City“ 20 Jahre lang veranstaltet – ohne den Namen eigens schützen zu lassen. Außer über Sponsoren finanzierte sich das Fest bis 2006 auch mit einem Beitrag der Stadt Schleswig in vierstelliger Höhe. Nachdem die Stadt diesen Zuschuss gestrichen hatte, sah sich die IGL bald nicht mehr in der Lage, die Verluste zu tragen. 2009 übernahm der gerade neu installierte Stadtmanager Michael Keller die Verantwortung für die „Swinging City“ und schloss einen auf drei Jahre befristeten Vertrag mit Tries und Carius ab, die sich anfangs zuversichtlich zeigten, die Veranstaltung mit einer „schwarzen Null“ zu organisieren. Als sich das als zu optimistisch herausstellte, zogen sie nach zwei Jahren die Reißleine. Für 2012 übernahm Michael Reinhardt aus Flensburg das Ruder, der sich in Schleswig bereits als langjähriger Veranstalter des Gottorfer Landmarktes einen Namen gemacht hatte. Reinhardt zog sich nach nur einem Jahr wieder zurück.

Anfang 2013 verkündete die damalige Stadtmanagerin Monika Siegel dann das vorläufige Aus und sagte: „Wenn jemand die Swinging City aus eigener Initiative heraus veranstaltet, freuen wir uns.“ Gegen eine „geringe Ablöse im dreistelligen Bereich“ sei das Stadtmanagement in diesem Fall bereit, die Namensrechte zu überlassen, erklärte Siegel – offenbar ohne Tries und Carius auf der Rechnung zu haben. Übrigens ist die Internet-Adresse „swinging-city.de“ noch immer auf den Grafiker Olaf Menz registriert, der 2010 für Tries und Carius das Logo für die Veranstaltung entworfen hatte.

Unabhängig vom Streit um den Namen laufen die Vorbereitungen für das Stadtfest, das nun „Schleswig swingt“ heißen wird, aber offenbar reibungslos. Die aus Harders Sicht wichtigsten Bands wie „Conventional Sound“, „Beatniks“ und „Kompliment“ haben alle bereits zugesagt. Auch in der Zusammenarbeit mit den Schleswiger Gastronomen gebe es keine Probleme.

 

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erstellt am 23.Mär.2015 | 12:03 Uhr

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