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Nach Brand im September : Süderbrarup: Obdachlos im Regen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Ehepaar Post aus Süderbrarup steht vor dem Nichts: Im September brannte ihr Reetdachhaus nieder, nun ging ihre Notunterkunft in Flammen auf.

Süderbrarup | Wirklich vom Pech verfolgt sind Martina (53) und Joachim Post (64) aus dem Heidbergweg in Süderbrarup. Nachdem im September ihre Reetdachkate abgebrannt war, fing jetzt auch ihr Schuppen Feuer, den sie notdürftig als Notunterkunft ausgebaut hatten. Jetzt steht das Rentnerehepaar wieder ohne Hab und Gut da und weiß nicht, wie es weitergehen soll.

Nach dem Brand ihres historischen Hauses aus dem Jahr 1878 kamen Martina und Joachim Post vor allem durch die Hilfe von Mitbürgern über die Runden, Möbel und Kleidung wurden ihnen zur Verfügung gestellt, denn beim Brand ihres Hauses hatten sie nur Mantel, Taschen und Socken retten können. Der Rest ihrer Habe war innerhalb weniger Minuten ein Raub der Flammen geworden. Das Geld, das die Hausratversicherung auszahlte, reichte, um den Holzschuppen bewohnbar und winterfest zu machen. Denn durch die Krankheit der Ehefrau – sie reagiert empfindlich auf Elektrosmog – konnte das Paar nicht einfach in ein herkömmliches Quartier umziehen.

Der Schuppen wurde unter anderem mit einer 30 Zentimeter starken Weichstoffisolation und einem Edelstahlkamin ausgerüstet, der mit einer Perliteschüttung (Vulkanstein) gedämmt wurde. Kleider und Lebensmittel brachte das Ehepaar in Containern unter. Gekocht wurde auf einem Holzofen, der auch Wärmequelle war. Anscheinend hat sich die Perliteschüttung am Schornstein durch den steten Holzbrand überhitzt. Die Holzkonstruktion der Hütte und das Isoliermaterial begannen zu schmoren. Erste Löschbemühungen des Ehemannes misslangen und brachten das Feuer erst richtig in Gang. Erst die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Um der Gefahr durch Glutnester vorzubeugen, entfernten die Retter die gesamte Dach-Isolierung.

Nun steht das Paar endgültig vor dem Nichts. „Wir können nicht mehr im Schuppen wohnen“, sagt Martina Post. Alles sei verrußt und durchnässt. Es gebe Löcher im Dach. Übergangsweise nächtigt das Ehepaar in ihrem Kleinbus, der in der Einfahrt steht. Die finanzielle Situation ist beklemmend. Diesmal wird keine Versicherung den Schaden übernehmen. Eine derartige Absicherung fehlt. „Und das Geld, das uns aus dem Brand unseres Wohnhauses zustünde, bekommen wir nur, wenn wir neu bauen“, erklärt Joachim Post. „Aber wir wollen hier weg“, sagt er. Deshalb wolle man das 6000 Quadratmeter große Grundstück verkaufen, was aber nicht einfach sei, da es im Außenbereich der Gemeinde liegt. Dort dürfe normalerweise nicht gebaut werden. Für einen potenziellen Käufer würde man allerdings einen Bauantrag auf Wiedererrichtung stellen, der dann auch genehmigt würde.

Familie Post hofft, dass ihnen jemand einen alten Wohnanhänger oder Bauwagen überlässt, den sie ausbauen und in dem sie eine gewisse Zeit wohnen können. Derjenige könnte dadurch die Entsorgungskosten sparen. Ansonsten hoffen die Posts auf mitfühlende Mitbürger, die ihnen mit dem Notwendigsten aushelfen können – so wie schon im vergangenen Jahr.

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