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nach dem Orkan : Sturm-Schäden in Millionenhöhe

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Aufräumarbeiten in Schleswig haben begonnen: Mehr als 100 städtische Bäume wurden von Orkan „Christian“ entwurzelt .

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2013 | 07:45 Uhr

Am Tag danach standen die Telefone nicht mehr still – weder bei den Dachdeckereien noch bei den Versicherungen. Sturm „Christian“ hat in Schleswig erhebliche Schäden verursacht. Allein bei der Provinzial gingen 300 Meldungen ein, wie Bezirkskommissar Arne Hinrichsen gestern Abend berichtete. Er geht davon aus, dass sein Unternehmen Schäden in Höhe von einer Million Euro regulieren muss – und dass in diesen Tagen noch etliche Nachmeldungen erfolgen werden.

Etliche Dächer hielten dem Winddruck nicht stand. In der Mehrheit der Fälle wurden jedoch kleinere Löcher in die Dächer gerissen, so wie am Altenheim am Rathausmarkt. Die größten Schäden verursachten umgestürzte Bäume. Von den 4100 grünen Riesen auf städtischem Grund kippten mehr als 100 um. Hinzu kommen die Bäume auf Privatgrundstücken oder öffentlichen Einrichtungen wie den Landesmuseen. Gottorfs Chefgärtner Ralf Mahnke und seine Kollegen hatten gestern alle Hände voll zu tun. Rund um den Barockgarten mussten 40 Bäume zersägt und abtransportiert werden. Ähnlich schlimm sah die Lage auf dem Areal des Tennisclubs aus. Der 2. Vorsitzende Peter Frahm zählte über 40 umgestürzte Laub- und Nadelbäume. Sämtliche acht Außenplätze sind im jetzigen Zustand unbespielbar. „Glücklicherweise hat jetzt die Wintersaison begonnen. Jetzt wird nur noch in der Halle gespielt. Die hat nichts abbekommen“, sagte Frahm. Ganz im Gegensatz zu einer Jaguar-Limousine, die von einem Vereinsmitglied auf dem Club-Parkplatz abgestellt worden war und prompt von einem entwurzelten Baum schwer beschädigt wurde.

Im Einsatzbuch von Wehrführer Sönke Schloßmacher befinden sich unter dem Datum von vorgestern knapp 70 Einträge. 45 Kameraden waren zehn Stunden im Einsatz, um umgestürzte Bäume von Fahrbahnen zu entfernen. „Wir hatten zwölf Kettensägen in Betrieb“, so Schloßmacher. Gegen 23 Uhr konnten die Feuerwehrleute in ihre Gerätehäuser zurückkehren. Der Wehrführer: „In meinen 28 Jahren bei der Feuerwehr habe ich einen vergleichbar starken Sturm noch nicht erlebt.“

Diese Ansicht teilt Versicherungsexperte Arne Hinrichsen. Er sicherte Betroffenen gestern eine zügige Regulierung der Schäden zu. „Wenn ein paar Dachpfannen repariert werden mussten und wir die Rechnung des Dachdeckers vorliegen haben, können wir den jeweiligen Fall innerhalb weniger Tage abschließen.“ Nur bei größeren Schäden dauere es ein paar Tage mehr, weil Gutachter eingeschaltet werden müssten. Hinrichsen geht davon aus, dass sein Team die kommenden acht bis zehn Arbeitstage mit den Folgen des Sturms beschäftigt sein wird.

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