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Festival abgebrochen : Sturm bläst Jübek Open Air in Finanzloch

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Sturmböen: Das Rockfestival endete aus Sicherheitsgründen schon am Samstagnachmittag. Enttäuschung bei den Fans, ein finanzielles Desaster für die Veranstalter.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 07:52 Uhr

Jübek | So fröhlich wie das Jübek Open Air Festival begann, so traurig endete es. Das dreitägige Event wurde von den Veranstaltern am Samstag wegen orkanartiger Windböen aus Sicherheitsgründen abgebrochen. „Der Wind hält an, dazu heftige Regenschauer, da ist ein Umbau auf der großen Bühne nicht mehr möglich. Die Zeltbühne ist gefährdet. So können wir nicht für die Sicherheit der Mitarbeiter und der Besucher garantieren“, bedauerte Veranstalter Martin Purwin den Abbruch. Mehr als die Hälfte der Bands war vergebens angereist. Die ausgebliebenen Tageseinnahmen belasten den Etat der Veranstalter schwer. Die Zukunft des Festivals ist akut gefährdet.

Das Gelände musste erstmals am Samstagvormittag evakuiert werden. Die Veranstalter hofften zu diesem Zeitpunkt allerdings noch, den Betrieb im Laufe des Nachmittags wieder aufnehmen zu können. Die positive Wettervorhersage aber bestätigte sich nicht. Daraufhin wurde das Festivals beendet.

Dabei hatte am Freitag alles so schön begonnen: Kein Wölkchen trübte die Sonnenstrahlen, die bis weit in den Abend den Festivalplatz wärmten. Überwiegend junge Leute waren guter Stimmung, aßen Pizza und tranken ihre Bierchen. Jungs mit Turnschuhen sprangen vor der Bühne zur Musik ausgelassen umher. Andere trugen überdimensionierte Partyhüte, an denen LED-Lichter blinkten. Am Freitag waren schon rund 2000 Besucher auf dem Festivalgelände.

Während die Stimme des Sängers Viktor Norén der schwedischen Band Viktor & the Blood mit dem kraftvollen Rocksound verschmolz, waren die Falk-Arne Gosslers von der Hip-Hop-Band The Love Bülow und dessen kluge deutsche Texte klar und deutlich.

Viele aber warteten nur auf H.P. Baxxter, den Frontmann von Scooter, einer der erfolgreichsten Bands Deuschlands. Seine Fans waren begeistert, andere verließen den Bühnenvorraum und kamen später wieder. „Der kann ja gar nicht singen“, bemerkte einer der Festivalgäste. Nichtsdestotrotz lieferte Scooter gigantisch laute, elektronische Tanzmucke und eine spektakuläre Tanz-, Akustik-, Licht- und Feuershow ab. „Baxxter hatte Spaß, war länger da und gut drauf“, freute sich Mitveranstalter Martin Purwin nach dem Auftritt.

Die gute Laune der Scooter-Fans kam der Fun-Metal-Band JBO aus Erlangen zugute, obwohl die es mit ihrer positiven Ausstrahlung und witzig veränderten Cover-Versionen gar nicht nötig gehabt hätte. „Unsere Vorband Scooter hat Talent, aus denen wird nochmal was“, witzelte Sänger Vito Kutzer. Wäre schon schade gewesen, wenn Tief Ursula auch diesen Auftritt vermasselt hätte.

Der Abbruch des Festivals wurde in den elektronischen Medien heftig diskutiert. Vom „Wallsbüll Open Air“ kamen Zuspruch („Alles richtig gemacht“) und Hilfsangebote. Die Meinung der Besucher war gespalten – einige stellten die Frage nach Entschädigung.

Martin Purwin bat am Sonntagnachmittag um Geduld: „Zunächst einmal sind wir froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Wir loten zurzeit aus, wie groß der wirtschaftliche Schaden durch Beschädigungen und den Ausfall bei Tagestickets ist.“ Der erste Überblick jedenfalls stimmte die Verantwortlichen nicht gerade optimistisch. „Es ist ein riesiges finanzielles Loch entstanden“, so Purwin. „Eines, das definitiv die Extistenz unserer Gesellschaft bedroht.“ Ob es jemals wieder ein Jübek Open Air geben wird, ist sehr fraglich.

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