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Premiere in Schleswig : Studenten näher dran am Lehrer-Alltag

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Wissenschaftsministerin Kristin Alheit gab gestern den offiziellen Startschuss für das neu eingeführte Praxissemester für Lehramtsstudenten.

Noch bessere Lehrer als es sie in Schleswig-Holstein ohnehin schon gibt. Das verspricht sich Wissenschaftsministerin Kristin Alheit vom neu eingeführten Praxissemester für Lehramtsstudenten. Am Montag sind die ersten 304 jungen Frauen und Männer, die allesamt an der Universität Flensburg auf Lehramt an Grund- oder Gemeinschaftsschulen studieren, ins kalte Wasser geworfen worden, um zehn Wochen lang nun echte Schulluft zu schnuppern. Vier von ihnen hat die Ministerin gestern in der Dannewerkschule besucht.

„Mit diesem Modell wollen wir die Lehrerausbildung noch praxisnäher gestalten. Am Ende ist es eine Bereicherung für sie, aber auch die Schulen profitieren davon“, betonte Alheit. Zum Hintergrund: Beruhend auf dem erst am 10. Juli vom Landtag verabschiedeten Lehrkräftebildungsgesetz soll das Praxissemester in Schleswig-Holstein künftig in allen Lehramtsstudiengängen eingeführt werden. Die Uni Flensburg ist nun landesweit die erste Hochschule, die diese Vorgabe für ihre Master-Studierenden umsetzt. Und zwar aus Überzeugung, wie deren Präsident Werner Reinhart betonte: „Heute ist ein Tag der Freude. Denn länger an einer Schule zu sein, bedeutet für unsere Studenten, dass sie Teil des Schulalltags werden und somit viel besser auf ihr späteres Referendariat vorbereitet sind.“

Und so schwärmt auch Freya Winter schon nach zwei Tagen von ihrem Praxissemester. „Es ist schön, auf diese Weise erste Erfahrungen sammeln zu können. Dabei kann man auch schon seinen eigenen Unterrichtsstil entwickeln“, sagte die 28-Jährige, die selbst in Schleswig aufgewachsen ist. Genau wie ihre drei Kommilitonen Melanie Kixmöller (25), Rico Peitzker und Christians Heppner (beide 24) wird Winter bis Mitte Januar 2015 nicht nur am Unterricht teilnehmen, sondern ihn auch für mindestens acht Schulstunden selbst vorbereiten und halten.

Dass es bei dem zehnwöchigen Praktikum in erster Linie um das Sammeln von Eindrücken und konkrete Einblicke in spätere Arbeitsabläufe geht, betonte Uni-Präsident Reinhart ausdrücklich. „Noten und der damit verbundene Druck kommen im Referendariat noch früh genug auf die Studenten zu. Irgendwann muss auch Platz sein, um sich auszuprobieren. Dazu ist dieses Praxissemester da.“

Davon wiederum sollen auch die Schulen profitieren. „Denn dieses Konzept gibt uns die Sicherheit, dass künftige Lehrer wissen, welche Herausforderungen dieser Beruf beinhaltet“, sagte Dannewerk-Schulleiterin Andrea Schönberg. Landesweit konnten 137 Schulen in diesen Tagen Lehramtsstudenten begrüßen. In Schleswig gehören neben der Dannewerkschule auch die Bruno-Lorenzen-Schule, die Wilhelminenschule, die Schule-Nord und die St. Jürgen-Schule dazu. „Vielen mussten wir allerdings leider auch absagen. Es waren einfach zu viele Anfragen“, sagte Armin Castello, der als Direktor des Zentrums für Lehrerausbildung an der Uni Flensburg auch an der Erarbeitung und Umsetzung des Konzeptes mitgewirkt hat.

Dass sich dieses am Ende durchsetzen wird, davon waren alle Beteiligten überzeugt. Entsprechend optimistisch blickte Kristin Alheit in die Zukunft: „Dies ist der Beginn einer neuen Ära der Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein. Denn von dem Praxissemester profitieren alle: Studenten, Schüler, Schulen und Universitäten.“

 

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erstellt am 29.Okt.2014 | 07:08 Uhr

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