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Orgel-Akademie auf Gottorf : Studenten lernen auf einem „wunderbaren Instrument“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Alte Musik stand im Mittelpunkt der ersten Gottorfer Orgelakademie mit zwei Meistern als Dozenten.

von
erstellt am 28.Mär.2015 | 12:22 Uhr

Wer in den letzten Tagen auf Schloss Gottorf zu Besuch war, konnte sie hören: Die Orgel in der Kapelle. Drei Tage lang wurden zwölf Studenten von den Organisten Krzysztof Urbaniak und Pieter van Dijk auf dem Instrument unterrichtet. Diese erste Gottorfer Orgelakademie fand im Rahmen des Projekts „Musik und Religion zwischen Ribe und Rendsburg“ statt und wurde vom Interreg-Programm finanziell gefördert.

„Es geht dabei darum, dass das alte Herzogtum Schleswig in einem besonderen Aspekt lebendig wird: Musik“, erklärte Museumsmitarbeiterin Uta Kuhl, die die Orgelakademie organisiert hat. Die Idee dazu sei entstanden, als van Dijk und Urbaniak beim Gottorfer Festival 2012 auf der Orgel gespielt hatten. Umso glücklicher zeigte sie sich, „die zwei besten Organisten für Alte Musik“ erneut begrüßen zu können – mitsamt einem Dutzend Studenten aus Ungarn, Korea, Dänemark, Polen, den Niederlanden und Deutschland.

Und noch einer war vor Ort: Der Däne Mads Kjersgaard, der die Orgel von 1998 bis 2003 gebaut hat: „Sie ist nagelneu, aber nicht modern, sondern auf dem Stand des späten 16. Jahrhunderts“, sagt er. Als historisches Vorbild habe ihm die Orgel von Schloss Frederiksborg gedient, die eine der ältesten vollständig erhaltenen der Welt sei. Für das Spielen waren zwar andere zuständig, dennoch konnte er die Finger nicht von den Tasten lassen: So stimmte er die Orgel kurz vor Mitternacht „und hielt dabei unsere Pförtner ganz schön auf Trab“, erzählte Uta Kuhl und schmunzelte.

Von den Teilnehmern der Akademie hagelte es viel Lob für den Orgelbauer. „Das Instrument hat einen speziellen Klang, den man sonst nirgendwo findet. Sie ist einmalig“, sagte Pieter van Dijk, der in Hamburg und den Niederlanden unterrichtet. Die Orgel sei sehr sensibel, das stelle für die Studenten eine Herausforderung dar, die Kontrolle zu behalten: „Ein gutes Instrument ist der beste Professor.“ Diese historische Orgel kennen zu lernen, sei etwas Besonderes, meinte auch Lukasz Mosur, der in Hamburg für sein Konzertexamen lernt. Die Orgelregister seien von höchster Qualität, der Klang faszinierend und das geschnitzte Gehäuse von 1567 sei ebenso wie die ganz „wunderbar“. Man müsse sich nur an einige Besonderheiten gewöhnen, ergänzte Anna Ludwikowska, die in Lübeck Kirchenmusik studiert: „Die Tasten sind kurz, die Oktaven auch.“

Geht es nach Uta Kuhl, werden weitere Studenten nach Gottorf kommen: „Wir wollen die Orgelakademie nächstes Jahr fortsetzen.“ Dafür müsse man neue Fördermittel einwerben, denn das Interreg-Programm endet im Mai. Sein Ziel habe es erfüllt: „Ideen anzustoßen, die dann weiter laufen.“

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