Schleswig : Strenge Regeln für die Altstadt

Die Schleswiger Altstadt vom Hafen bis zum Gallberg soll ihr historisches Erscheinungsbild behalten.
Die Schleswiger Altstadt vom Hafen bis zum Gallberg soll ihr historisches Erscheinungsbild behalten.

Verbot für Kunststoff-Haustüren und Solaranlagen: Noch in diesem Jahr soll in Schleswig eine Gestaltungssatzung für die Innenstadt beschlossen werden.

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25. Juni 2018, 08:03 Uhr

Es dürfte eine lebhafte Veranstaltung werden am nächsten Montag im Ständesaal des Rathauses. Am 2. Juli um 17 Uhr stellt die Stadtverwaltung den Bürgern den Entwurf für eine Gestaltungssatzung für die Altstadt vor. Es ist ein Regelwerk, das jedem Hausbesitzer im Bereich vom Gallberg bis zum Holm teilweise strenge Vorgaben macht, wie Fassaden und Dächer auszusehen haben.

So sollen zum Beispiel Haustüren aus Kunststoff verboten werden. Nur Holz und Glas sind erlaubt. Fenster zur Straßenseite müssen, wenn sie eine bestimmt Größe überschreiten, Sprossen haben – und die Fensterrahmen dürfen nicht dunkelbraun sein. Auf den Dächern in der Altstadt sollen Solaranlagen ebenso verboten werden wie Satellitenschüsseln.

Die Debatte um die Gestaltungssatzung in der Altstadt ist rund zehn Jahre alt. Sie lebte immer wieder auf, wenn an einer der historischen Straßen ein Neubau genehmigt wurde, den zahlreiche Bürger wegen seiner Ausmaße als unpassend empfanden – sei es in der Fischbrückstraße, am Rathausmarkt oder zuletzt in der Langen Straße. Es sei deutlich geworden, dass es vielen Schleswigern ein Dorn im Auge sei, wenn „Neubauten scheinbar wenig Rücksicht auf die umgebende historische Bebauung nehmen“, sagt Bürgermeister Arthur Christiansen. Bisher habe das Bauamt aber oft keine gesetzeskonforme Möglichkeit gehabt, solchen Bauvorhaben die Genehmigung zu verwehren. Es gibt für die Altstadt keinen Bebauungsplan. Das Bauamt muss sich deshalb bei seinen Genehmigungsverfahren an die allgemeinen Bestimmungen aus dem Baugesetzbuch halten.

Diese Bestimmungen werden auch dann weiterhin zum Zuge kommen, wenn die Ratsversammlung die Gestaltungssatzung beschließen sollte. Denn ein Bebauungsplan ist nach wie vor nicht vorgesehen. Auf die Frage, wie groß ein Neubau sein darf, gibt die Gestaltungssatzung keine Antwort. Hier gilt weiter die vage gesetzliche Vorschrift, dass sich ein Bau in seinem Ausmaßen in die Umgebung einpassen muss.

Die Gestaltungssatzung soll aber dafür sorgen, dass große Neubauten weniger wuchtig daherkommen: Die Fassaden sollen so gestaltet werden, dass die kleinteilige Parzellenstruktur, die für die Altstadt so typisch ist, erhalten bleibt. Der Bauausschuss wird vermutlich im September über die Gestaltungssatzung abstimmen. Noch im Herbst könnte die Ratsversammlung sie dann absegnen. Die Satzung werde „mit einer gewissen Zuverlässigkeit dafür sorgen, dass der Charakter der Altstadtbebauung erhalten bleibt“, meint Bürgermeister Christiansen.

Hier der vollständige Text der Gestaltungssatzung (Entwurf)

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