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Schleswiger Schulen : Streit um Mopp-Waschmaschinen

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Bauamt will sechs städtische Einrichtungen mit Geräten zum Stückpreis von 3400 Euro ausrüsten. Die CDU zweifelt die Notwendigkeit an.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 12:30 Uhr

Ginge es nach dem Willen des Bauamtes, könnten sich im kommenden Jahr vier Schleswiger Schulen, das Rathaus und das Stadtmuseum über neue gewerbliche Waschmaschinen freuen. Die Geräte sollen vor allem dazu dienen, die Wischmopps der Reinigungskräfte zu waschen. Im Bauausschuss allerdings konnte das Thema keine Freude auslösen. CDU-Ratsherr Helge Lehmkuhl reagierte angesichts der geplanten Investitionssumme geradezu empört und fragte ungläubig: „Wir sollen 20 400 Euro dafür ausgeben, dass jede Schule ihre Wischmopps selber wäscht?“

Zumindest das Bauamt hegte an der Notwendigkeit dieser Investition keinen Zweifel. Die in St.-Jürgen-Schule, Bugenhagenschule und Bruno-Lorenzen-Schule vorhandenen Geräte seien für die gewerbliche Reinigung ungeeignet und mittlerweile sehr reparaturanfällig. In der Domschule, dem Rathaus und im Stadtmuseum seien sogar gar keine Waschmaschinen vorhanden. Deren Reinigungsutensilien bringe man derzeit zum Jugendaufbauwerk in der Flensburger Straße, damit sie dort gereinigt würden. Mitarbeiter Herbert Falsner: „Das können wir natürlich auch weiterhin organisieren, aber ein Fahrdienst kostet Geld und verschlingt Personal.“ Dies bekräftigte Frank Duwe, der in der Elternzeit von Bauamtschefin Manja Havenstein die Behörde am Gallberg leitet: „Es kann doch nicht sein, dass wir die Wischmopps jeden Tag durch die Gegend fahren.“ Er verwies auf Umweltschutzgründe.

Helge Lehmkuhl verlangte belastbare Zahlen, die Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit beziehungsweise Unwirtschaftlichkeit des Fahrdienstes gäben. Die These der CDU: Alle städtischen Wischmopps einmal pro Woche zur Wäscherei im Jugendaufbauwerk zu transportieren, sei günstiger als der Kauf zahlreicher neuer Maschinen. Dies wiederum rief das Bauamt auf den Plan. Aus hygienischen Gründen wäre es wenig ratsam, die nassen und verschmutzten Reinigungstextilien in den Schulen zu sammeln, um sie lediglich einmal in der Woche abzufahren.

In dieser streckenweise geradezu kuriosen Debatte zeigte sich die CDU lange Zeit unnachgiebig. „Wir müssen Gerätehäuser für die Feuerwehr bauen, ein neues Theater errichten, unser Parkhaus sanieren – und jetzt sollen wir Waschmaschinen für je 3400 Euro kaufen, nee“, sagte Lehmkuhl. Aus den Reihen der CDU wurde vorgeschlagen, neue Geräte zu leasen oder sich zumindest nach günstigeren Kaufoptionen umzusehen. Dabei zeigte sich, wo die Schmerzgrenze der Politiker liegt. Sie wurde definiert von dem SSW-Ratsherrn Michael Ramm: „1000 Euro pro Gerät.“

Das hielt das Bauamt für unrealistisch. Mitarbeiter Philipp Schöning betonte, dass normale Haushaltswaschmaschinen nicht den Anforderungen entsprächen. Dies wiederum wurde von Michael Ramm in Zweifel gezogen, der im Hauptberuf als Hausmeister an der dänischen A.P-Møller-Schule beschäftigt ist: „Wir haben eine 1000-Euro-Waschmaschine – und die hält ewig.“

Der Ausschuss verständigte sich mit dem Bauamt darauf, die Kosten der verschiedenen Lösungen (Fahrdienst oder Kauf von Geräten) miteinander zu vergleichen. Eine endgültige Entscheidung über den Kauf der Mopp-Waschmaschinen muss die Ratsversammlung in ihrer Etat-Sitzung im Dezember treffen.

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