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Schleswig/Busdorf : Streit um Lidl-Markt an der Stadtgrenze

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Discounter möchte sich am Friedrichsberg ansiedeln. Die Stadt Schleswig will das verhindern, ist für die Genehmigung aber nicht zuständig, denn das Gelände liegt auf Busdorfer Grund und Boden.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Wer vom Friedrichsberg zum Kreisverkehr an der B 76 fährt, kommt an keinem Ortsschild vorbei. Die Busdorfer Straße gehört zum Schleswiger Stadtgebiet. Das gilt aber nicht für alle Grundstücke an dieser Straße. Die Grenze zwischen der Stadt Schleswig und der Gemeinde Busdorf verläuft hier ausgesprochen verschlungen. Das Gelände des Baustoffhandels Carl Söhrn liegt auf Busdorfer Boden. Dieser Umstand führt schon seit Jahren immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der Kreisstadt und ihrer Vorortgemeinde. Die Familie Schoppmeier-Söhrn möchte auf ihrem Grundstück schon seit langem Einzelhandelsbetriebe ansiedeln. Seit der Kreisverkehr vor der Riesbergbrücke 2008 fertig gestellt wurde, hat er eine abgesperrte Ausfahrt ins Nirgendwo. Von hier sollen die Autofahrer eines Tages auf das Söhrn-Gelände gelangen können.

Jetzt ist das Thema wieder aktuell geworden. Die Kreisverwaltung hat eine Bauvoranfrage für einen Lidl-Dicountermarkt an dieser Stelle positiv beantwortet. Das ist die Vorstufe für eine formale Genehmigung.

Die Stadt Schleswig möchte verhindern, dass die Genehmigung ausgesprochen wird. Nach einem einstimmigen Beschluss des Bauausschusses hat die Verwaltung deshalb beim Kreis Widerspruch eingelegt. Wie das Verfahren ausgeht, ist offen. Sollten sich die Beteiligten nicht einig werden, könnte am Ende das Verwaltungsgericht entscheiden. Schleswigs stellvertretender Bauausschuss-Vorsitzende Helge Lehmkuhl verweist darauf, dass das Friedrichsberger Einkaufszentrum mit einem Sky- und einem Aldi-Markt „nur einen Steinwurf entfernt“ sei.

Über die Parteigrenzen hinweg fürchten die Kommunalpolitiker in der Stadt, dass durch einen neuen Discounter Kaufkraft aus Schleswig abfließen könnte. In Schleswig selbst waren erst in jüngster Zeit mehrere neue Supermärkte genehmigt worden. Die Sky-Läden am Gallberg und am Stadtfeld eröffneten im vergangenen Sommer. Die Bauarbeiten für den Familia-Markt an der Friedrich-Ebert-Straße gehen zügig voran. Die Einweihung ist noch für dieses Frühjahr geplant. Während des Genehmigungsverfahrens für diesen Markt hatte selbst die Industrie- und Handelskammer Bedenken geäußert und mit Verweis auf ein Einzelhandelsgutachten von 2009 vor einem Überangebot gewarnt.

Busdorfs Bürgermeister Ralf Feddersen betont, dass seine Gemeinde das Projekt Lidl-Markt nicht aktiv vorantreibe. „Es entspricht aber auch nicht unseren Prinzipien, solche Investitionen zu verhindern.“ Deshalb habe die Gemeindevertretung ihr Einvernehmen erteilt. Mit diesem Schritt ist das Verfahren für die Gemeinde Busdorf und für ihre Verwaltung im Amt Haddeby vorerst erledigt. Denn während die Stadt Schleswig Baugenehmigungen selbst erteilt, ist dafür in kleineren Gemeinden der Kreis zuständig.

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