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Schleswig : Streit um den Kulturhaus-Aufsichtsrat

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Grünen fordern externen Sachverstand, SPD und CDU pochen auf Fraktionsvertreter.

Zwei Jahre noch, dann soll das Kulturhaus, das neue Theatergebäude auf der Freiheit, stehen. Eine der letzten Hürden – die Zustimmung der Landestheater GmbH zu einer neuen Struktur der Gesellschafter-Beiträge – scheint genommen. Am 3. August soll der neu verhandelte Gesellschaftervertrag notariell beglaubigt werden. Der Wunsch der Stadt Schleswig, ihren Jahresbeitrag von 534  000 auf rund 300  000 Euro zu reduzieren, soll darin berücksichtigt worden sein.

Vor dem städtischen Kulturausschuss berichtete nun die Vorsitzende Babette Tewes (Grüne) vom Stand der Dinge bei den Planungen für das neue Theater, das als Anbau an die „Heimat“ auf der Freiheit entstehen soll. Der Planungsauftrag für die Sanierung des bestehenden Gebäudes ist nach einer Ausschreibung an den Schleswiger Architekten Peter Paustian vergeben worden. Der neue Theatersaal wird demnächst unabhängig davon europaweit ausgeschrieben. Um die Arbeit beider Architekten zu koordinieren, will die Stadt zusätzlich einen Projektsteuerer beauftragen.

Die Lenkungsgruppe aus Vertretern von Stadtverwaltung und Kommunalpolitik hat sich auch schon Gedanken über die städtische GmbH gemacht, die als Trägerin des Kulturhauses fungieren soll. Bereits bekannt war, dass Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs als Geschäftsführer fungieren soll. Nach Vorstellung von SPD, CDU und SSW soll auch der Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft nach denselben Regeln zusammengesetzt werden wie der Aufsichtsrat der Stadtwerke: Die Ratsfraktionen entsenden entsprechend ihrer Größe eine bestimmte Anzahl von Vertretern. Die Grünen haben einen Gegenvorschlag vorgelegt, mit dem sie in der Ratsversammlung jedoch voraussichtlich scheitern werden. Jede Fraktion würde demnach einen Vertreter entsenden, der nicht zwingend aus Schleswig kommen muss. Außerdem sollen der Bürgermeister, die Kulturausschuss-Vorsitzende und eine „Person aus dem Kultursegment Schleswig-Holsteins“ dem Gremium angehören. „Hiermit soll gewährleistet werden, dass eine Fachkompetenz, die sich im Bereich des Kulturmanagements auskennt, die Gesellschaft und die Geschäftsführung beraten kann“, so Tewes.

Die großen Fraktionen wiesen diesen Vorschlag massiv zurück. „Pauschal allen Personen aus dem Aufsichtsrat die Kompetenz abzustreiten, halte ich für völlig falsch“, sagte Rainer Haulsen (CDU), und Horst Zingler (SPD) meinte: „Die Stadt Schleswig als Eigentümerin sollte im Aufsichtsrat vertreten sein. Die Menschen hier vor Ort besitzen auch Kompetenz. Ich selbst habe seit zehn Jahren ein Theater-Abo.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Grünen in der Frage der Zusammensetzung eines städtischen Aufsichtsrats mit den übrigen Parteien in Konflikt geraten. Vor fünf Jahren hatten sie den Energie-Experten der Grünen-Landtagsfraktion, Andreas Tietze, als Stadtwerke-Aufsichtsrat vorgeschlagen. Die Mehrheit der Ratsversammlung lehnte ihn ab – weil Tietze nicht in Schleswig wohnt.

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erstellt am 22.Jul.2017 | 07:53 Uhr

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