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Schleswiger Nachrichten

12. Dezember 2017 | 17:16 Uhr

Schleswig : Straßen-Ausbau: Termine bis 2019

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zahlreiche Anwohner müssen sich auf hohe Kostenbeteiligung einstellen / Größtes Projekt ist die Flensburger Straße

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 15:16 Uhr

Die Bilder gleichen sich: In regelmäßigen Abständen sitzen die Mitglieder des Schleswiger Bauausschusses in ihren öffentlichen Sitzungen einer Gruppe erregter Bürger gegenüber. Sie wissen dann meist schon, worum es in der Einwohnerfragestunde gehen wird: Ausbaubeiträge. Wenn eine Wohnstraße erneuert wird, dann werden die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke an den Kosten beteiligt – und zwar nicht gerade knapp. Je nach Grundstücksgröße müssen sich die Betroffenen auf Rechnungen mit fünfstelligen Summen einstellen. Der genaue Betrag stets erst nach Ende der Bauarbeiten fest.

Die Amselstraße, die Chemnitzstraße und zuletzt der Seekamp sind nur einige Beispiele für Straßen mit besonders wehrhaften Anwohnern. Doch Widerstand ist zwecklos. Die Beteiligung der Anlieger ist gesetzlich vorgeschrieben, denn Gesetzgeber geht davon aus, dass durch die verbesserte Verkehrsanbindung auch der Grundstückswert steigt.

Derzeit warten die Grundstückseigentümer am Timm-Kröger-Weg darauf, was auf sie zukommt. Bei ihnen wird nicht nur die Asphaltdecke, die an zahlreichen Stellen gerissen und verformt war, neu gemacht. Auf einer Strecke von 350 Metern ist nun neben der 4,50 Meter breiten Fahrbahn auch ein 1,25 Meter breiter Gehweg vorgesehen. Nach Auskunft der Stadtverwaltung soll das den Schulweg für die Lornsenschüler sicherer machen. Wie auch in den meisten anderen Fällen sind Kanalarbeiten der Stadtwerke der Anlass für die Bauarbeiten.

Wer sich in den kommenden Jahren auf Ausbaubeiträge einstellen muss, das verrät ein Blick in den Haushaltsentwurf der Stadt Schleswig, in dem auch schon voraussichtliche Investitionen bis ins Jahr 2019 verzeichnet sind. Zunächst wird in der unmittelbaren Umgebung des Timm-Kröger-Wegs, nämlich in der Hermann-Heiberg-Straße weitergebuddelt. Im Seekamp folgt ein zweiter Bauabschnitt, und auch das Storchennest, eine Sackgasse an der Königsberger Straße soll ausgebaut werden.

Wie hoch der Anteil der Kosten ist, den die Anlieger zu tragen haben, ist in der Ausbaubeitragssatzung der Stadt detailliert geregelt. In reinen Wohnstraßen sind es in der Regel 55 Prozent der gesamten Baukosten. Für breiteren Straßen mit mehr Durchgangsverkehr liegt die Quote bei 37 Prozent. Für reinen Durchgangsstraßen, die breiter als zehn Meter sind, sind es lediglich 18 Prozent.

Das größte Ausbau-Vorhaben in den kommenden Jahren betrifft eine der Hauptverkehrsstraßen: Die Flensburger Straße soll frühestens 2017 erneuert werden. Um während der unausweichlichen Sperrung ein Verkehrschaos zu vermeiden, plant die Stadt, vorher den Jägerredder zu verbreitern – den Schleichweg nach Lürschau, der zwischen dem Real-Warenhaus und der Bundesstraße 201 verläuft. Jägerredder und Husumer Straße könnten dann als Umleitung dienen.

Insbesondere ab 2019 sind die geplanten Straßen-Erneuerungen indes noch mit großen Fragezeichen versehen. Ob das Bauamt sich dann Straßen wie zum Beispiel den Kleinberg im Friedrichsberg vornimmt, hängt auch davon ab, wie weit bis dahin das Millionenprojekt Innenstadt-Sanierung gediehen ist.

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