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Kreis Schleswig-flensburg : Straftäter auf dem Rückzug

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kriminalitätsstatistik der Polizeidirektion Flensburg: Zahl der Taten sinkt deutlich. Schleswig-Flensburg ist der sicherste Kreis im Land

von
erstellt am 05.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Nirgends in Schleswig-Holstein leben die Menschen so sicher wie im Kreis Schleswig-Flensburg – so lautet das Fazit der aktuellen Kriminalitätsstatistik der Polizeidirektion Flensburg, die gestern vorgestellt wurde. Die Zahl der Fälle sank innerhalb eines Jahres von 11 209 auf 8991. Erfolgszahlen legten die Beamten auch für die Stadt Flensburg vor, wo 8876 Fälle registriert wurden – 623 weniger als im Vorjahr. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Flensburg damit hinter Kiel die zweitsicherste kreisfreie Stadt.

Besonders auffällig im Landbereich ist die gesunkene Zahl der Einbrüche in Privaträume. Musste die Polizei 2012 noch in 431 Fällen ermitteln, waren es im abgelaufenen Jahr nur noch 264. Hinzu kamen noch 433 Einbrüche in Werkstätten und Büroräume – auch das sind 94 weniger als im Jahr zuvor.

Matthias Glamann, Sprecher der Polizeidirektion Flensburg führt die gesunkenen Zahlen vor allem auf ein neues Konzept der Polizei zurück – nachdem sie in den Ballungsgebieten und in ländlichen Bereichen immer mehr Einbrüche durch internationale Banden registriert hatte, beschlossen sieben Direktionen, Landeskriminalamt und Landespolizeiamt einen verbesserten Informationsfluss und die zentrale Auswertung der Erkenntnisse. Diese Arbeitsweise führte zur Festnahme von mehreren Banden. Erst vor wenigen Wochen ging der Polizei eine Gruppe von sieben Männern aus Litauen und Russland ins Netz, die ihr Unwesen im gesamten nördlichen Landesteil und in Dänemark getrieben hatte. Nach Einschätzung von Polizeisprecher Glamann ist die intensivere Polizeiarbeit ein Grund dafür, dass die Zahl der Einbrüche gesunken ist. Es spricht sich in einschlägigen Kreisen offenbar herum, dass die Gefahr erwischt zu werden, gestiegen ist.

Dass auch andere Delikte wie Diebstahl, Körperverletzungen, Beleidigungen und Raubtaten seltener werden, führt Glamann unter anderem auf eine „aufgeklärtere Gesellschaft“ zurück – und auch ein wenig auf die Deeskalations-Aktivitäten der Polizei in den Schulen. „Das zeigt Wirkung“, sagt der Polizeisprecher.

Allerdings: Die Zahlen der Polizei bilden nur einen Teil der Wirklichkeit ab. In die Statistik fließen nur Fälle ein, die der Polizei bekannt sind. Die Dunkelziffer ist mindestens doppelt so hoch. Und wenn es um Delikte wie häusliche Gewalt geht, kommen auf einen gemeldeten Fall bis zu zehn Taten, die unentdeckt bleiben.

Im Kreis Schleswig-Flensburg wurden 2013 insgesamt 4160 Täter ermittelt, darunter 3229 Männer. 613 standen unter Alkoholeinfluss, 208 konsumierten harte Drogen. Die Zahl der Täter unter 21 Jahren lag bei 26,2 Prozent – bei einem Bevölkerungsanteil von 21,3 Prozent ein erhöhter Wert.

Ein Wermutstropfen in der polizeilichen Erfolgsbilanz waren die so genannten „Straftaten gegen das Leben“. 2012 gab es nur einen solchen Fall, 2013 waren es sieben. Eine Häufung, die Glamann nicht überbewerten will. In der Aufstellung von „herausragenden Ereignissen“ listet die Statistik unter anderem die spektakuläre DNA-Reihenuntersuchung auf, mit deren Hilfe ein Mord aus dem Jahr 1982 geklärt werden sollte, der bis jetzt jedoch ungelöst blieb. Auch der Überfall auf eine Rentnerin in Scheggerott, der Hammermörder von Schleswig, der Fall eines Mannes, der in Lürschau seine Kfz-Sachbearbeiterin tötete und die Festnahme eines Räubers, der in Flensburg, Jagel, Jübek und Schuby Tankstellen überfallen hatte, zählen zu dieser Kategorie.

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