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Stipendiaten wollen Zukunft im arabischen Raum gestalten

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Beginn des Pressegesprächs musste um etwa 20 Minuten verschoben werden – so engagiert diskutierten die aus verschiedenen arabischen Staaten stammenden Teilnehmer an einem mehrtägigen Sankelmark-Wokshop unter dem Motto „Nation – Staat – Religion“. Es ging darum, alle Aspekte der nationalen und religiösen Minderheiten in Deutschland auszuleuchten und in Rollenspielen zu vertiefen.

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen nahm die Verzögerung gerne in Kauf und wertete sie als Ausdruck einer lebendigen Debattenkultur. Der CDU-Politiker aus Bönstrup ist Berichterstatter und Motor des internationalen Stipendienprogramms des Bundestages (IPS), das im vergangenen Jahr erstmals auf den arabischen Raum ausgedehnt wurde. Mit Blick in die Runde der Stipendiaten im Alter von 23 bis 28 Jahren sagte er: „Ihr seid die Zukunft eurer Heimatländer.“

24 junge Männer und Frauen beteiligen sich diesmal an dem vierwöchigen Programm, das neben Vorträgen, Besichtigungen, Diskussionsrunden und einem Praktikum in Büros von Bundestagsabgeordneten ein Themen-Seminar in der Europäischen Akademie in Sankelmark umfasst. Angereist sind die Stipendiaten aus Jordanien, Ägypten, Tunesien, Marokko, Algerien, dem Irak, dem Jemen und dem zu den palästinensischen Gebieten gehörenden Gaza-Streifen.

Es handelt sich um politisch engagierte Hochschulabsolventen und Berufsanfänger, die sich in ihrer Heimat auf unterschiedlichen Feldern für demokratische Grundwerte einsetzen und selbst Verantwortung in diesem Demokratisierungsprozess übernehmen wollen.

So wie Riham Suleiman aus Jordanien. Die 26-Jährige hatte durch die deutsch-jordanische Hochschule in Amman von der Möglichkeit erfahren, an dem Bundestagsprogramm teilzunehmen und sich mit Erfolg beworben. Inzwischen ist sie an der Hochschule als Fakultätsassistentin tätig. Neben dem beruflichen Fortkommen ist sie sehr daran interessiert und bereit, die Zukunft in ihrer Heimat aktiv mit zu gestalten.

Der 23 Jahre alte Mohamed Kharrat aus Tunesien hat Germanistik studiert und ist voll des Lobes über das Besuchsprogramm: „Einfach super!“ Sein gesellschaftliches Engagement in seinem Heimatland gilt dem studentischen und gewerkschaftlichen Sektor.

Deutschland ist nach Börnsens Worten das bisher einzige europäische Land, das sich mit einem derartigen Angebot an junge und engagierte Frauen und Männer in den arabischen Ländern wendet. „Es wird keine Eintagsfliege sein“, versicherte er.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 07:45 Uhr

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