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Stimmungsvolles Drama aus Schwansen: Friedrich Tiedtke gewinnt Scheersberg-Oscar

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erstellt am 22.Nov.2010 | 03:59 Uhr

Quern | Ein roter Teppich war ausgelegt. Im Festsaal des Jugendhofs Scheersberg herrschte beim Finale um den diesjährigen Jugendfilmpreis Schleswig-Holstein eine erwartungsvolle Stimmung. Unter den Zuschauern: Kreispräsident Eckhard Schröder. In vorderster Reihe saßen versierte Jurymitglieder wie Hauke Lange-Fuchs, künstlerischer Leiter der Nordischen Filmtage Lübeck, Filmregisseur Miko Zeuschner ("Tatort", "Die Pfefferkörner", "Großstadtrevier") und Filmemacherin Sonja Marie Krajewski, Preisträgerin der Nordischen Filmtage 2009.

52 Kurzfilme hatten Filmemacher im Alter bis zu 27 Jahren eingereicht, aber nur fünf von ihnen waren nach interner Vor-Auslese bis in die Endausscheidung vorgedrungen. Nach jeder Aufführung standen die jungen Regisseure dem Publikum Rede und Antwort. Und dann - nach drei Stunden - stand das Ergebnis fest. Den Scheersberg-Oscar 2010 eroberte sich der 19-jährige Schüler Friedrich Tiedtke aus Eckernförde mit seinem Zwölf-Minuten-Werk "Es war einmal im Winter". Es handelt sich dabei um ein stimmungsvolles Drama, das der Jungfilmer im Februar dieses Jahres im verschneiten Schwansen gedreht hatte. Inhalt: Als ein Junge mit seiner erwachsenen Schwester Schlitten fährt, kommt es zu einem tragischen Unfall. Sie verliert den Bruder aus den Augen und findet seinen Schlitten in einem halb zugefrorenen Teich wieder, von dem Jungen keine Spur. Am Ende ist nicht der Junge, sondern seine verzweifelte Schwester Opfer geworden.

Friedrich Tiedtke habe nicht nur ausgebildete Schauspieler für sein Projekt gewinnen können, sondern auch das Drehbuch geschrieben, die Filmmusik komponiert, Regie und die Kamera geführt und den Film selbst geschnitten, lobten die Juroren. Als Filmpreisträger erhielt er außer der Trophäe einen Förderscheck über 750 Euro.

Der zweite Preis, dotiert mit 500 Euro, ging an den 20-jährigen Jasper Stratil aus St. Peter-Ording für seine Filmkomödie "Vom Treffen zweier Igel". Darin nimmt ein Senior, der in einem Altenheim lebt, einen schüchternen Zivildienstleistenden gegen dessen Willen unter die Fittiche und versucht, ihm mit Tricks und Humor während eines Tagesausflugs zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen. Auf Rang drei setzten die Juroren den 21-jährigen Itzehoer Nils Strüven. In seinem Musik-Kurzfilm "Heartwork" spiegelt sich das Lebensgefühl wider, das ihn überkam, als er für den Zivildienst nach Berlin zog. In seinem Neun-Minuten-Streifen mit etlichen erotischen Sequenzen sucht eine junge Frau in Discos vergeblich nach Halt und einer festen Beziehung. Ihre Träume erfüllen sich nicht.

Die Leiter des Scheersberger Filmfestivals, Jugendbildungsreferent Ingo Mertins (Jugendhof) und Thomas Plöger vom Landesverband Jugend und Film lobten das hohe kreative Niveau der Filme. Es habe sich gezeigt, dass die jungen Filmemacher zunehmend ernste, die Menschen bewegende Stoffe aufgreifen.

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