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Stichwahlkampf: Viele kritische Stimmen zur SN-Berichterstattung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bemängelt wird die Ausgewogenheit in den Artikeln über die Bürgermeisterkandidaten Dr. Arthur Christiansen und Frank Neubauer

von
erstellt am 15.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Die Berichterstattung der Schleswiger Nachrichten in den letzten Tagen hat ein sehr kontroverses Echo gefunden. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die Texte „Wirbel um ‚Unruhestifter’ Dr. Arthur Christiansen“ (11. Oktober), „Dahl und Neubauer kämpfen für die Schlei“ (12. Oktober) und „Freiheit-Investor will Theater kaufen“ (14. Oktober). Die SN dokumentieren dieses – überwiegend kritische – Echo unserer Leser, das sich auch in den Online-Medien zeigt, nachfolgend.

Zudem gab es am 14. Oktober eine gemeinsame Pressemitteilung der drei Parteien SPD, SSW und Grüne, die den Bürgermeisterkandidaten Dr. Arthur Christiansen unterstützen. Darin wird gefragt: „Passen Theaterabriss, Kandidatenverunglimpfung und Immobiliendeal zusammen?“ Darauf antwortete Bürgermeisterkandidat Frank Neubauer (CDU) am gleichen Tag in einer eigenen Mitteilung, in der er unter anderem betonte: „Herr Schlüschen ist mit mir nicht verwandt, er ist kein Vetter von mir.“

Was den Friedrichsberger Bürgerverein betrifft, so ist nachzutragen, dass der Termin mit dem Busdorfer Bürgermeister Ralf Feddersen, der am 16. Oktober eine Begegnung zwischen Christiansen und dem Friedrichsberger Bürgerverein aus Sicht von Christiansen verhindert hatte, inzwischen von Feddersen abgesagt worden ist, sodaß der Termin wieder frei wäre. Darauf verwies Christiansen gegenüber dem Bürgervereins-Vorsitzenden Prof. Reimer Witt. Dieser schrieb dazu am 14. Oktober an Christiansen: „Ihr Hinweis … ist nunmehr wenig hilfreich.“ Denn: Die Frist, innerhalb der die Mitglieder des Bürgervereins benachrichtigt werden können, sei jetzt zu kurz.

Seit undenklichen Zeiten nennt sich die Tageszeitung „Schleswiger Nachrichten” unabhängig. Sie, Herr Radtke, scheinen diese Haltung aufheben zu wollen, denn die Berichterstattung im Zusammenhang mit der Schleswiger Bürgermeisterwahl ist eindeutig tendenziös.

Auch wenn Sie zwar im „Standpunkt” behaupten, weder den einen noch den anderen Kandidaten zu bevorzugen, ist die Position vom vergangenen Sonnabend ja wohl zweifellos parteiisch. Erstaunlich ist auch, dass Sie Ihren eigenen Bericht auch gleich noch kommentieren. Ist das journalistische Gepflogenheit? Die Schleswiger Lokalseite mit der Jubelmeldung der Aktivitäten von Dahl und Neubauer aufzumachen und dann den „Wirbel” daneben zu stellen, ist hochgradig unfair. Zumal die Bundeswasserstraßengeschichte ein monatealter Hut ist. Lange schon wird die Herabstufung der Schlei von der WIREG mit einer Postkarten-Kampagne bekämpft.

Ich kann Chefredakteur Radtke nur vollumfänglich beipflichten: Auch und gerade in Wahlkampfzeiten verlangt die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner „Form“ und „Anstand“. Nur: Warum hält er sich selbst nicht an diese Vorgabe und initiiert stattdessen eine nach meiner Erinnerung noch nicht da gewesene Diffamierungskampagne gegen einen der Kandidaten?

Erfreuen wird diese offenkundig zweckgerichtete Berichterstattung wohl nur Altbürgermeister Dahl. Sonst von Radtke durchweg als unfähig verrissen, darf er sich jetzt wenigstens zum Ende seiner Amtszeit als Kämpfer für irgendwas dargestellt sehen – Hauptsache, der (noch) amtslose Kandidat Neubauer darf schon wie der gekürte Bürgermeister daneben sitzen und sich in diesem faden Glanz sonnen.


Dass die Schleswiger Nachrichten dem offensichtlichen „Niedermachen“ eines in Schleswig geachteten Bürgermeister-Kandidaten eine ganze Seite Berichterstattung zur Verfügung stellt, ist für sich genommen schon äußerst fragwürdig. Der Standpunkt des Herrn Radtke hingegen erfüllt schon annähernd den Tatbestand der üblen Nachrede. In welch unangemessener Weise er Partei gegen einen der beiden Kandidaten ergreift, läuft einer fairen Berichterstattung zuwider.

Die Schleswiger Bürger haben Arthur Christiansen mit 45 Prozent einen riesigen Vertrauensbeweis ausgestellt, weil sie endlich Kompetenz im Rathaus sehen wollen. Sollen diese Bürger ebenfalls diskreditiert werden? Sie werden diesen Vertrauensbeweis bei der Stichwahl erneut ausstellen – trotz, oder gerade wegen, der Worte von Herrn Radtke, die eines Chefjournalisten unwürdig sind.

Warum reagieren unsere Volksgewählten immer nur? Wo ist der Weitblick für potentielle Krisenbereiche? Welche Qualifikation brauchen Volksvertreter, um ihren Job gut machen zu können? Das Thema hätte doch schon längst auf einer Agenda stehen und von den aktiven Visionären angegangen werden müssen. In meinen Augen scheinen die beiden im Artikel Beteiligten und der Tourismuschef mehr als ungeeignet zu sein. Und das unter Parteigenossen, Herr Neubauer.

Nach eigenen Angaben haben Sie beide Kandidaten freundlich porträtiert. Was jedoch „gar nicht geht“: Im gleichen Artikel einen der Bewerber herabzusetzen. Anstand und Persönlichkeit werden auch von SN und Bürgerverein erwartet! Instrumentalisierung der Lesermeinung ist nicht die Aufgabe einer unabhängigen Zeitung wie der SN, obwohl auch das Geld bringt und nicht stinkt.

Der „Nochbürgermeister“ Dahl hat als Erster die Resolution gegen die Herabstufung der Schlei zur „Sonstigen Wasserstraße“ unterzeichnet. Gut so, Peter Ramsauer braucht Widerspruch! Wieso überreicht Dahl dieses Schreiben dem Kandidaten Frank Neubauer, der das Papier an die anderen Bürgermeister der Schlei-Gemeinden, sowie an die zukünftige Bundestagsabgeordnete Dr. Sütterlin-Waak weiterreichen will? Ist der Aufstieg ins Bürgermeisteramt etwa schon vollzogen?

Als Bürger von Schleswig und Leser der SN frage ich mich: Wer hätte in den letzten 8 Jahren als Mehrheit im Rat der Stadt die Möglichkeit der positiven Einflussnahme auf eine erfolgreichere Entwicklung der Stadt Schleswig gehabt? Die bisherigen Repräsentanten der Mehrheit haben ihre vorhandenen Möglichkeiten so gut wie nicht genutzt! Soll das auch in Zukunft so weitergehen?


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