Schleswig : Sternwarte auf dem Dach der Domschule

Sie wollen ihren Schülern mehr bieten: die Lehrer (von links) Hans-Jürgen Boeck, Ulrike Heidersdorf und Karlheinz Einsle.
Sie wollen ihren Schülern mehr bieten: die Lehrer (von links) Hans-Jürgen Boeck, Ulrike Heidersdorf und Karlheinz Einsle.

Förderverein und ein Schleswiger Arzt eröffnen mit ihren Spenden der Astronomie-AG des Gymnasiums ganz neue Möglichkeiten.

shz.de von
12. April 2018, 12:35 Uhr

„Man kann das Ungetüm ja schon von der Straße aus sehen, da werden sich die Leute sicher wundern“, bemerkte Maik Lehrmann vom Schleswiger Bauamt, als gestern Vormittag die Sternwarte auf dem Dach der Domschule frisch aufgebaut war. Nach zwei Jahren Planung konnte sich Physiklehrerin Ulrike Heidersdorf, freuen, dass der neue Hingucker endlich steht.

Bis jetzt war es den Schülern ihrer Astronomie-AG nur möglich, den Himmel zu beobachten, wenn sie ein mobiles Teleskop auf den Sportplatz geschoben hatten. Die kleine Sternwarte ist zwar nicht mobil, bietet den Schülern aber mehr Möglichkeiten.

Mit dabei war gestern auch Hans-Jürgen Boeck. Der pensionierte Lehrer hatte die Astronomie-AG 1983 gegründet. Heute ist er Vorsitzender des Fördervereins Solarvent, der die Einnahmen aus der Solaranlage auf dem Dach des Gymnasiums verwaltet und dadurch einen wesentlichen Beitrag zum Bau der Sternwarte leistete. Der Verein unterstützt den naturwissenschaftlichen Unterricht an der Domschule mit seinen Einnahmen schon seit 1999.

Das Teleskop selbst hat der Schleswiger Arzt und ehemalige Domschüler Prof. Ulrich Wiegers der Schule übergeben. Wiegers ist begeisterter Hobby-Astronom und hatte das Gerät abgegeben, da er selbst zu Hause keinen geeigneten Platz hatte.

„Neben einem Teleskop wird auch eine Spezialkamera ausgerüstet werden, die eine Direktübertragung zu einem Computer oder dem Netzwerk hat“, erklärte Boeck. Dadurch können jederzeit Fotos oder Fotoserien gemacht werden. Natürlich werde es trotzdem noch möglich sein, durch das Okular zu sehen, aber der Platz in der Sternwarte ist begrenzt, sagte der stellvertretende Schulleiter Karlheinz Einsle.

Mit einem Kran wurde die bereits in einer Werkstatt zusammengebaute Sternwarte dann gestern auf das Dach gehoben. Maik Lehrmann erklärte die Vorgehensweise: „Da die Kuppel nur 70 Kilogramm wiegt, brauchte sie ein stabiles Fundament, um nicht vom Wind los gerissen zu werden.“ Für das Fundament wurden 250 Kilogramm schwere Betonplatten recycelt, die einmal zu den Containerbauten der Schule gehörten.

Derzeit sind zehn bis zwölf Schüler jeden Freitag ab 13 Uhr in der Astronomie-AG dabei. „Mit dem Teleskop können wir die Astronomie viel häufiger im Unterricht thematisieren, bei großer Nachfrage wird es sicher auch weitere Angebote für die Schüler geben“, sagte Einsle über die Zukunft der Sternwarte.

Eine Einweihungsfeier soll auch stattfinden. „Das können wir erst planen, wenn wirklich alles steht“, sagte Heidersdorf. Wenn die Schüler in der nächsten Woche aus den Osterferien zurückkehren, wird es noch nicht so weit sein. „Es wird aber auf jeden Fall vor den Sommerferien passieren“, versicherte Karlheinz Einsle.

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