Schleswig : Stellplatz bald ganzjährig geöffnet

Noch müssen sich Wohnmobile, die den Stadthafen im Winter anfahren, sich mit dem Parkplatz hinter dem Speicher begnügen.
Noch müssen sich Wohnmobile, die den Stadthafen im Winter anfahren, sich mit dem Parkplatz hinter dem Speicher begnügen.

Wohnmobilisten können künftig auch im Winter das Areal am Stadthafen nutzen. Die Grünen bekräftigen ihren Wunsch nach Rückbau der Anlage.

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31. Januar 2018, 07:00 Uhr

Dass Wolfgang Schoofs nicht viel hält von der Idee der Grünen, den Wohnmobilstellplatz am Stadthafen zu entfernen, machte der Geschäftsführer der Stadtwerke während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses noch einmal ganz klar deutlich. „Ich denke, dass er da, wo er ist, sehr gut aufgehoben ist“, meinte er. Und genau deshalb wolle man den Platz nicht nur weiterhin betreiben – sondern ab dieser Saison erstmals auch ganzjährig öffnen.

Am 1. März geht es los. Von da an können Gäste das Areal durchgängig nutzen. Die Zahl von jährlich rund 12 000 Wohnmobilen, die zuletzt nach Schleswig kamen, dürfte sich durch diese Maßnahme deutlich erhöhen. „Die Nachfrage ist definitiv da. Der Platz wird in der kalten Jahreszeit zwar nicht täglich voll sein, aber es tut uns sicher gut, wenn auf diese Art auch im Winter ein paar Touristen in die Stadt kommen“, sagte Schoofs. Auf die Frage von SSW-Ratsherr Harry Heide, welche finanziellen Folgen eine Schließung des Platzes für die Stadtwerke als Betreiber hätte, betonte er noch einmal, „dass wir hier bis zu 200 000 Euro pro Jahr erwirtschaften“. Außerdem habe man inzwischen knapp eine halbe Million Euro in die Anlage investiert. Bedingt durch die Ausstattung, aber auch die Lage des Platzes sei dieser zu einem Aushängeschild der Stadt geworden – von dem ganz Schleswig profitiere. Und auch deshalb habe sich insbesondere auch der Stadthafen mit seiner vielfältigen Gastronomie in den vergangenen Jahren so positiv entwickelt.

Babette Tewes, Vorstandssprecherin der Schleswiger Grünen und Vorsitzende des Kultur- und Tourismusausschusses, bekräftigte nun noch einmal auf SN-Nachfrage: „Natürlich ist uns klar, dass die Wohnmobilisten Geld in den Stadthafen bringen, aber wir halten diesen Platz nicht für die ideale Lösung.“ Um den Hafen noch attraktiver zu machen, sollten an seiner Stelle eher weitere Gastronomiebetriebe und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Schleswiger, wie etwa neue Sitzbänke, entstehen. „Vielleicht könnten die Wohnmobile besser auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik stehen.“ Das Argument, dass im Falle eines Rückbaus des Stellplatzes am Hafen Fördergelder an das Land zurückgezahlt werden müssten (der Bau der sanitären Anlagen wurde von der Aktiv-Region finanziell unterstützt), hält sie nicht für entscheidend. „Wenn man etwas weiterentwickeln möchte, dann muss man Geld in die Hand nehmen. Das haben wir ja auch beim Luisenbad so gemacht.“

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